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: Frankfurter Gesichter: Manfred Krupp

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Er sagt, geprägt habe ihn die eigentümliche Mischung aus protestantischer Strenge und rheinischer Offenheit im Elternhaus. Wenn man nach diesen Spuren sucht, findet man sie im Naturell Manfred Krupps ...

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          Er sagt, geprägt habe ihn die eigentümliche Mischung aus protestantischer Strenge und rheinischer Offenheit im Elternhaus. Wenn man nach diesen Spuren sucht, findet man sie im Naturell Manfred Krupps wieder: Der Chefredakteur des Hessischen Rundfunks zeigt ebenso freundlich-aufgeschlossene wie detailversessen-korrekte Züge. Am 25. Februar 1956 in Troisdorf geboren und in Neuwied als eines von vier Kindern eines Elektroingenieurs und einer Apothekerin aufgewachsen, stellte er seine Lebensweichen schon früh in Richtung Journalismus: Mit vierzehn schrieb er seinen ersten Artikel für die Lokalzeitung. Nach dem Abitur - nach eigener Einschätzung in jenen stark politisierten Zeiten sozialliberal geprägt und eher von Montesquieu fasziniert als von Marx - ging er auch bei der Bundeswehr journalistischen Neigungen nach und verpflichtete sich bei der Pressestelle des III. Corps in Koblenz. Studiert hat er dann in Gießen und Marburg: Politik, Soziologie, öffentliches Recht.

          Vor dem Journalismus lernte er aber noch die Verwaltung kennen, als Mitarbeiter der Planungsgruppe der jungen Gesamthochschule Kassel. Dieses Jahr wurde seine "beruflich unglücklichste, aber lehrreichste Zeit". Vertraut wurde er mit den internen Abläufen einer Verwaltung inklusive der Farbhierarchie bei Unterschriften oder der Exegese der Deckel einer Laufmappe. Die Erfahrung im Kampf gegen Widerstände, aber auch der Umgang mit Gremien, Bürokratie und Etats nutzt ihm noch heute, denn auch der Hessische Rundfunk ist ja neben allen journalistischen Anstrengungen ebenfalls ein großer Apparat mit eigenen Gesetzen.

          Doch zunächst kam das Volontariat beim Sender, nach drei Redakteursjahren wurde Krupp Studioleiter in Wiesbaden. Diese sechs Jahre waren "der journalistisch erfüllendste Job". Sie fielen in eine ereignisreiche Zeit: Hanauer Nuklearbetriebe, Biblis, Lotto-Affäre, Dienstvilla. Für solche Aufgaben ist die persönliche Kommunikation zwischen Journalisten und Politikern das Entscheidende; Krupp fuhr mit öffentlichen Verkehrsmitteln, um nach den Fraktionssitzungen den Kontakt mit den nordhessischen Abgeordneten zu pflegen.

          1995 löste er Uwe Günzler als Chef der Hessenschau ab, noch immer die Paradesendung des in der Fernsehsparte nicht übermäßig erfolgreichen Hessischen Rundfunks. Dessen Chefredakteur, als Nachfolger von Luc Jochimsen, wurde Krupp am 1. April 2001. Er konnte für sich in Anspruch nehmen, daß sich wenig hausinterner Widerstand gegen seine Berufung regte. Seither ist er zuständig für Aktuelles, Regionales, Sport und Wirtschaft, auch Zulieferung für die "Tagesthemen"; für Kultur, Fernsehspiel und Unterhaltung sind beim Sender andere verantwortlich.

          Frühaufsteher Krupp geht seiner Aufgabe sichtlich mit Freude nach, obwohl er nur etwa fünfzig Prozent seiner Zeit dem Journalismus widmen kann, der Rest ist Management, Planung, Verwaltung. Im Programm steht er für konsequente Regionalisierung und die Abkehr vom Sauertopf-Image seines Hauses, weshalb er auch Boulevard-Formate fördert. Er ist mit einer sympathischen Soziologin verheiratet, hat zwei Töchter im Alter von 13 und 15, interessiert sich für die Oper und ist stets bestens informiert. Die Nonchalance vieler Journalisten im Umgang mit der technischen Seite ihres Metiers ist ihm fremd. Wer Manfred Krupp nach einem technischen Detail fragt, muß mit einem ziemlich langen Vortrag rechnen. PETER LÜCKEMEIER

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