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Frankfurter Gesichter : Hans-Dieter Maienschein

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Schon einen seiner Großväter zog es als Chorsänger zur Oper, und er selbst wäre vielleicht ein vielbeschäftigter Tenor geworden, wenn er früh genug die entsprechende Förderung erhalten hätte.

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          Schon einen seiner Großväter zog es als Chorsänger zur Oper, und er selbst wäre vielleicht ein vielbeschäftigter Tenor geworden, wenn er früh genug die entsprechende Förderung erhalten hätte. Aber schon von klein auf interessierte Hans-Dieter Maienschein noch etwas anderes. Er wollte Geschichten, die er von Schallplatten oder im Radio gehört hatte, für die Bühne inszenieren.

          Und so nutzte er schon als Schüler der Ernst-Reuter-Schule die Pausen zwischen den Unterrichtsstunden nicht etwa zum Fußballspielen, sondern zum Dramatisieren kleiner Märchenszenen. Und natürlich gehörte immer auch die Musik dazu. Freunde, die sich von ihm anstecken ließen, gab es auch damals schon genug. Die Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck hatte es dem jungen Mann besonders angetan.

          Und noch heute geht es dem inzwischen 48 Jahre alten Leiter des Papageno-Musiktheaters vor allem darum, junge Menschen von vier Jahren an spielerisch in die Welt der Oper einzuführen, ohne sie damit zu überfordern. Daß sein Konzept aus bekannten Stoffen der Kinderliteratur, klassischer Musik und verkleinerten Opernaufführungen nun schon seit sieben Jahren ankommt, zeigen die steigenden Besucherzahlen im originellen Zelt der Berliner Architektin Felicitas Mossmann im Palmengarten.

          Begabung fürs Komische

          Und doch hat sich Maienschein den Weg dahin nicht leicht gemacht. Dem Abitur in der Nordweststadt folgte eine Ausbildung zum Schauspieler an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in der Eschersheimer Landstraße, bei der sich schon bald zweierlei herausstellte: seine Begabung fürs Komische und eine Stimme, die, verbunden mit seiner positiven Ausstrahlung, ihn beinahe zu einer Karriere als Nachrichtensprecher beim Fernsehen verleitet hätte.

          Doch er wählte den schwierigeren Weg, gründete ein eigenes Kindertournee-Theater, lernte seine Frau Renate Gärtner kennen und reiste viele Jahre durch die Lande, bis der heute 15 Jahre alte gemeinsame Sohn das Ehepaar vor sieben Jahren zum Umdisponieren veranlaßte. Leben und Arbeiten am selben Ort hieß von nun an die Devise und führte nach erfolgreicher Verhandlung mit Palmengarten-Chef Matthias Jenny 1998 zur Einrichtung des Papageno-Musiktheaters, nur wenige Schritte vom Gesellschaftshaus entfernt.

          Erwachsenentheater

          Jenny ist inzwischen froh, auf diese Art einen weiteren Anreiz für Besucher aus nah und fern geschaffen zu haben. Und das große Interesse (sogar von Gästen aus Hamburg und Berlin) bestätigt ihn in seiner Entscheidung. Daß die Einrichtung jedoch nicht nur vom Kinderpublikum existieren kann, ist noch immer die große Sorge des Theaterchefs. Er hat deshalb vor einiger Zeit begonnen, am Wochenende auch Erwachsenentheater anzubieten.

          Doch jede seiner Aufführungen ist, entsprechend dem künstlerischen Anspruch Maienscheins, selbst wenn er vor allem mit frisch ausgebildeten Sängern und Instrumentalisten arbeitet, mit hohen Kosten verbunden. Er ist deshalb dankbar, daß es immer wieder Menschen gibt, die seine Arbeit mit Spenden oder eigenen künstlerischen Beiträgen unterstützen.

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