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Frankfurter Gesichter : Dieter Weirich

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Dieter Weirich ist eine lebende Anekdotensammlung. Es gibt nicht viele Stichwörter, zu denen ihm keine lustige oder tragikomische Begebenheit einfiele, die meisten stammen aus der Politik.

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          Dieter Weirich ist eine lebende Anekdotensammlung. Es gibt nicht viele Stichwörter, zu denen ihm keine lustige oder tragikomische Begebenheit einfiele, die meisten stammen aus der Politik. Denn obwohl Weirich schon 1989 aus dem Bundestag ausschied, ist er im Grunde seines Wesens Politiker geblieben. Dabei hat sein Lebensweg etwas Grenzgängerisches - als Journalist hatte er immer mit der Politik zu tun, als Politiker beschäftigte er sich immer mit den Medien.

          Woran sich bis heute nichts geändert hat: Als Leiter der Unternehmenskommunikation der Fraport AG muss er wiederum an der Nahtstelle zwischen Journalismus, Öffentlichkeit und Politik gut Wetter machen für den Flughafen und vor allem für dessen Ausbau; offiziell heißt so etwas „optimale Außendarstellung“.

          Ressortleiter beim „Hanauer Anzeiger“

          Geboren wurde Weirich am Silvestertag des Jahres 1944 in Sülzbach bei Heilbronn, das Abitur machte er in Weinsberg in Württemberg, bei der Bundeswehr brachte er es zum Leutnant der Reserve. 1965 begann seine journalistische Laufbahn: Volontär bei der „Pforzheimer Zeitung“, Ressortleiter für Sport und Vermischtes beim „Hanauer Anzeiger“. Dann trifft er Alfred Dregger, beide finden Gefallen aneinander. 1969 wird Weirich persönlicher Referent des hessischen CDU-Vorsitzenden, es beginnt die Zeit des langsamen, aber gewaltigen Aufstiegs der hessischen CDU.

          Drei Jahre später ist aus dem ehrgeizigen Referenten der Sprecher von Partei und Landtagsfraktion geworden, wieder zwei Jahre später ist er Landtagsabgeordneter und medienpolitischer Sprecher. Das bleibt er auch, als er 1980 mit 36 Jahren in den Bundestag wechselt: Schwerpunkt sind die damals so genannten Neuen Medien, auch an den gesetzlichen Voraussetzungen für die Zulassung des privaten Rundfunks in Hessen ist er beteiligt; eines seiner rund zwanzig Bücher trägt den Titel „Medien 2000“.

          Intendant der Deutschen Welle

          Als es erscheint, hat Dieter Weirich aber längst seinen Arbeitsplatz gewechselt. Zwölf Jahre lang leitet er von 1989 an als Intendant die Deutsche Welle. Als er, 1995 einstimmig wiedergewählt, nach langem, zermürbendem Kleinkrieg mit dem Kulturstaatsminister Naumann schließlich 2001 auf eine dritte Kandidatur verzichtet, bescheinigt ihm diese Zeitung, gute Arbeit geleistet zu haben: Er habe aus einem Kurzwellensender einen „aktuellen, in Krisen erprobten Auslandsfunk“ gemacht.

          Wer ein solches Haus mit 1800 Mitarbeitern, unter ihnen 400 Redakteure, geleitet hat, wer von einem politisch von unterschiedlichsten Interessen geleiteten Rundfunkrat einstimmig bestätigt wurde, dem kann es weder an Führungskraft noch an diplomatischem Geschick mangeln. Beides kann Weirich in seiner Funktion bei Fraport gebrauchen. Seine Mitarbeiter loben seinen lockeren, freundlichen, aber dennoch zielgerichteten Führungsstil, und die Diskussion um den Flughafenausbau hat sich, wenn der Eindruck nicht täuscht, durch Weirichs Verbindlichkeit bei kontroversen Diskussionen versachlicht.

          Der Vater von zwei erwachsenen Söhnen ist seit 1997 Gastprofessor an der Europäischen Journalismus-Akademie der Donau-Universität in Krems und lässt es sich gern gefallen, wenn er mit dem Titel „Professor“ angesprochen wird. Nicht nur wegen seines Anekdotenreichtums ist er ein angenehmer Gesprächspartner, sondern auch, weil er es versteht, ein gewisses Maß an Eitelkeit mit einer größeren Portion Selbstironie zu verbinden.

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