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Frankfurter Gesichter : Anna Satvary

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Anna Satvary Bild: F.A.Z. - Zeichnung Oliver Sebel

Vor drei Jahrzehnten wurde Anna Satvary in die Metzgerdynastie Gref-Völsing hineingeboren. Nun ist sie Meisterin in der Metzgerei an der Hanauer Landstraße.

          Am liebsten isst sie Risotto, aber ein Rindersteak sollte schon dabei sein. An Steaks herrscht kein Mangel bei Anna Satvary, die vor drei Jahrzehnten in die Metzgerdynastie Gref-Völsing hineingeboren wurde. Der Familienbetrieb hat sich schließlich mit Rindswurst einen Namen gemacht. Und wo Rinderabschnitte verarbeitet werden, sind Roastbeef und Filet nicht weit. Aber noch lieber mag Satvary die Weißwurst, natürlich die aus eigener Herstellung, die fester ist als die, die sie während der Studienzeit in München kennengelernt hat.

          Drei Jahre Betriebswirtschaftslehre, das war fast der einzige Abschied der gebürtigen Frankfurterin vom Main. Hier hatte sie die Dahlmannschule und das Gagerngymnasium besucht. Hier hatte sie beim Verband für Farbe, Gestaltung und Bautenschutz eine erste Lehre zur Bürokauffrau absolviert. Und hier hatte sie mit einer Kochlehre in den „Maingau-Stuben“ die Weichen in Richtung Ernährung gestellt.

          Bester Abschluss ihres Jahrgangs

          Gedrängt hat sie niemand zu dieser Entscheidung. Auch nicht ihre Mutter Friederike Satvary, die gemeinsam mit der Tante Dorothea Wohlberg als Geschäftsführerin bei Gref-Völsings amtiert. Aber ohne die familiäre Prägung hätte Anna Satvary sicher etwas ganz anderes gemacht. Physiotherapeutin fällt ihr als mögliche Laufbahn spontan ein.

          Stattdessen hat sie sich im Lauf der Ausbildung immer mehr auf die Metzgerei an der Hanauer Landstraße zurückbesonnen. Erst schloss sie die Kochausbildung hier ab, dann schloss sie eine Lehre als Fleischerin im elterlichen Betrieb an. Wegen der Vorbildung war sie schon nach zwei Jahren zur Prüfung zugelassen, und sie nutzte die Chance mit dem besten Abschluss ihres Jahrgangs.

          Ausbeinen und Zerlegen

          Den Sprung zur Meisterin hat die junge Gesellin noch im gleichen Jahr genommen. Dass sie beim Meisterjahrgang 2006 „nur“ Zweitbeste geworden ist, lag an den praktischen Übungen: Beim Ausbeinen und Zerlegen fehlte ihr noch etwas Routine, da war sie manchmal nicht schnell genug fertig. Eigentlich hätte sie auch Fachverkäuferin lernen können, denn sie sieht ihren Platz vor allem hinter der Theke. Aber auch da kommen ihr die Kenntnisse vom Rohstoff und von den Produktionsabläufen, natürlich auch ihr Wissen als Köchin zugute. Sie erfährt immer wieder, wie froh Kunden über Beratung sind. Und schließlich ist die Kompetenz einer Fleischermeisterin im Laden kein Nachteil, wenn die Verbraucher wieder durch BSE oder Gammelfleisch verunsichert werden.

          Anna Satvary treibt Sport, trainiert ihre Ausdauer beim Triathlon. Ihr zweites Hobby gilt den Pferden. Während ihre zweite Schwester Helene sich bei der Holzhausenstiftung um kulturelle Veranstaltungen kümmert, ist Franziska, die jüngste, auch schon in der Metzgerei angekommen. Sie kümmert sich nach Abitur und kaufmännischer Ausbildung um die Verwaltung. An der Bürotür rät ein Schild „Trust the Girls“. Das ist eine Tradition in dem Traditionsbetrieb, der, 1894 von Minna Völsing mitbegründet, ab 1940 von Maja Gref, ab 1973 von deren Tochter Gertrud Berner und seit 1991 von den Schwestern Friederike Satvary und Dorothea Wohlberg geführt wird. Hier ist den Frauen nicht nur zu trauen, ihnen ist auch einiges zuzutrauen.

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