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: Frankfurt und Frankfurter

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Altkämmerer Ernst Gerhardt altert nicht. Zum ersten Mal hat er seinen achtzigsten Geburtstag vor drei Jahren gefeiert, heuer sozusagen zum zweiten Mal. Denn beim Geburtstagsempfang der "Freunde der Universität ...

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          Altkämmerer Ernst Gerhardt altert nicht. Zum ersten Mal hat er seinen achtzigsten Geburtstag vor drei Jahren gefeiert, heuer sozusagen zum zweiten Mal. Denn beim Geburtstagsempfang der "Freunde der Universität Tel Aviv" für ihren langjährigen Präsidenten in der Alten Oper durfte er der Geburtstagsrede von 2001 lauschen, einer allerdings bis dahin ungehaltenen Rede. Laudator Nikolaus Hensel vom Präsidium der "Freunde" hatte damals wegen des Attenattes in New York, bei dem er Freunde verloren hatte, auf die Ansprache verzichtet. Jetzt hat er das Versäumte nachgeholt - und die damals formulierten Lobbekundungen auf Gerhardt treffen - da waren sich alle Gäste einig - auch noch heute zu. Hensel hatte sich vor drei Jahren eigens bei Mitstreitern des Altkämmerers erkundigt, bei den Altoberbürgermeistern Walter Wallmann und Wolfram Brück, bei der amtierenden Oberbürgermeisterin Petra Roth und auch bei seinem damaligen Partner beim Museumsufer-Bau, Hilmar Hoffmann - und alle hatten sie Worte des höchsten Lobes gefunden. Er könne die Rede ruhig noch einmal im nächsten Jahr halten, beschied ein beglückter Gerhardt daraufhin Rechtsanwalt Hensel. Fröhlich gestimmt war der Jubilar auch wegen des stetigen Anwachsens seines Ernst-Gerhardt-Fonds für minderbemittelte Studenten in Tel Aviv. Aus Anlaß seines 65. Geburtstages aufgelegt, lautetet damals das Ziel: 100000 bis 120000 Mark. Bald wurde die Latte auf eine halbe Million Mark, später auf eine Million Mark gelegt. Nach der Währungsumstellung wurden aus einer Million Mark eine Million Euro - eine Marke, die jetzt fast erreicht ist. Es fehlen lediglich noch 50000 Euro. In den 18 Jahren seines Bestehens konnten aus Erträgen des Fonds mittlerweile mehr als 600 Stipendien finanziert werden. Das ist für Gerhardt wichtiger als alle Lobesworte. (rieb.)

          Der Mann heißt Harvey Weinstein, ist Chef der Filmproduktion Miramax und ein echter Hollywood-Mogul. Und er hat ein Problem - er findet keinen Platz in Harry's Bar bei San Marco in Venedig. Das ist für einen Harvey Weinstein sozusagen der Supergau. Der andere Mann heißt Marek Lieberberg, ist Konzertagent und eine echte Frankfurter Größe. Lieberberg hat einen Platz in Harry's Bar - für sich, seine Frau Ingrid, seine Freunde Arno Lustiger, Peter Eschberg und Carmen Renate Köper. Als großzügiger Mann bietet er Weinstein Asyl an seinem Tisch an. Nun hat aber Weinstein viel Hollywood-Prominenz als Begleitung, und für die reicht der Platz leider nicht. Weshalb die Gesellschaft Lieberberg ihren Tisch räumt und an der Bar den Geburtstag von Ingrid Lieberberg weiterfeiert, während Weinstein - wie man sich das bei einem Hollywood-Produzenten vorstellt - die ganze Zeche übernimmt. Am Ende bedankt sich Lustiger persönlich noch einmal bei Weinstein für Speis und Trank, kommt mit diesem ins Gespräch und erfährt, daß der Amerikaner einen Film über den Aufstand im Warschauer Ghetto plant, ein Thema, worüber der Historiker Lustiger schon vielveröffentlicht hat. Jetzt will Weinstein ihn das Drehbuch überprüfen lassen. Weshalb es vielleicht bald heißt: Lustiger - unser Frankfurter Mann in Hollywood. (rieb.)

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