https://www.faz.net/-gzg-oavm

: Frankfurt und Frankfurter

  • Aktualisiert am

Ministerpräsident Roland Koch hat höchstselbst zum Hörer gegriffen, um Hilmar Hoffmann die gute Nachricht mitzuteilen: Der frühere Frankfurter Kulturdezernent und Goethe-Präsident wird mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille, der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen, ausgezeichnet.

          2 Min.

          Ministerpräsident Roland Koch hat höchstselbst zum Hörer gegriffen, um Hilmar Hoffmann die gute Nachricht mitzuteilen: Der frühere Frankfurter Kulturdezernent und Goethe-Präsident wird mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille, der höchsten Auszeichnung des Landes Hessen, ausgezeichnet. Angeheftet wird Hoffmann die Medaille am heutigen 1. Dezember, dem Hessischen Verfassungstag, in Schloß Biebrich vom... nein, nicht vom Landesvater, sondern von der Schulmutter, Kultusministerin Karin Wolff, die auch das Amt eines stellvertretenden Ministerpräsidenten bekleidet. Der Chef hat nämlich an diesem Tag keine Zeit, er muß in Leipzig beim Bundesparteitag der CDU für Deutschland kämpfen, für ein unionsgeführtes Deutschland besser gesagt. Und wie in allen wichtigen Dingen gilt auch hier die Regel: Wer nicht kommt, den bestraft das Leben - mit Entzug des Kanzlerkandidaten-Status. (rieb.)

          Ob Bundeskanzler Konrad Adenauer Orangen besonders gemundet haben? Darüber steht nichts in den diversen Adenauer-Biographien. Jetzt wissen wir aber wenigstens, daß der Alte regelmäßig viele Jahre lang ein Kistchen Orangen nach Hause geliefert bekam - als Weihnachtsgeschenk des Staates Israel. Mati Kranz, der Vertreter der Universität Tel Aviv in Frankfurt, hat dreimal die Jaffa-Orangen in Adenauers Haus in Rhöndorf abgeliefert, wie er am Samstag abend auf der Feier zu seinem 66. Geburtstag berichtete. Den Auftrag hatte er von der Israel-Mission in Köln erhalten, die vor der Aufnahme diplomatischer Beziehungen im Jahr 1965 die Interessen Israels in Deutschland wahrnahm. Kranz, damals Student an der Sporthochschule Köln, verdiente sich als Nachtwächter bei der Mission seinen Lebensunterhalt. In jenen glücklichen Tagen mußte nicht eine halbe Armee von Leibwächtern das Domizil eines Bundeskanzlers abschirmen, Kranz klingelte einfach an der Tür, wurde eingelassen und hörte aus dem Hintergrund die Stimme Adenauers: "Wer ist da?" Anschließend nahm der CDU-Politiker das Orangen-Kistchen in Empfang und fragte nebenbei Kranz aus: Was er in Deutschlands mache, ob er Familie habe und dergleichen. Im Jahr darauf, 1960, war er während der Orangen-Übergabe nicht zu Hause, dafür aber 1961. "Das ist doch der Kranz!" begrüßte er den Sportstudenten und plauderte wieder ein wenig. Eine tolle Geschichte, stellte der Ehrengast auf Kranz' Geburtstagsfeier, der frühere deutsche Botschafter Deutschlands in Israel und spätere deutsche UN-Gesandte Niels Hansen fest, der aus Bad Godesberg angereist war. Sie hätte gut in Hansens Buch "Aus dem Schatten der Katastrophe. Die deutsch-israelischen Beziehungen in der Ära Konrad Adenauer und David Ben Gurion" gepaßt. In der nächsten Auflage will Hansen sie einbauen. Übrigens: Die Spenden, um die Kranz anstelle von Geburtstagsgeschenken gebeten hatte, gehen an den von den Freunden der Universität Tel Aviv eingerichteten Konrad-Adenauer-Lehrstuhl für europäische Geschichte. (rieb.)

          Ein "Hallo Deutschland" haben wir nicht gehört, und doch begrüßte ZDF-Moderator Marco Schreyl die Regionalprominenz im Interconti. Der gebürtige Thüringer führte die rund 300 Gäste durch den Ballabend des LifeOn-Vereins, der für die Stiftung von Elton John Geld für Aids-Projekte in Südafrika sammelt. Eine stattliche Summe scheint da zusammengekommen zu sein: Der erste Käufer verlangte gleich 100 Tombola-Lose zu je 15 Euro. Im Gegenzug hatte Schreyl große Preise zu bieten, denn nicht alle Glücksritter wurden ja mit dem Spruch "Neues Los - neues Glück" konfrontiert. Just als die Hand gewinnsuchend in die Lostrommel griff, schwirrte Franziska Reichenbacher vorbei. Lotto-Fee, verweiltest du doch, und aus der Niete wäre unser Preis geworden. Zauberei war aber Andre Sarrasani zur Geisterstunde vorbehalten. Beschwingt erhoben sich Ballkleider und Smokings anschließend in den 21.Stock der Herberge, um nach dem begeisternden Tenor Tobey Wilson und dem Trällern von Ex-Bro'Sis-Stimme Indira nicht mehr nur sitzend Musik zu hören. Auch Marco Schreyl hat sich gut durch den Abend geboxt. Ob es für ihn am Sonntag Viertel nach fünf, fünf Uhr fünfzehn oder Viertel sechs wurde, weiß allerdings nur er selbst. (stha.)

          Weitere Themen

          In zwei Stufen heraus aus dem Lockdown

          Heute in Rhein-Main : In zwei Stufen heraus aus dem Lockdown

          Schwarz-Grün hat einen neuen Lockerungsplan entworfen. Viele Jugendliche fühlen sich in der Pandemie „vergessen“. Frankfurts ältestes Kino bleibt. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          Offenbachs Nordkap

          Geplantes Stadtquartier : Offenbachs Nordkap

          Im Offenbacher Gewerbegebiet am Kaiserlei ist ein spektakuläres Hochhaus geplant. Ein Park soll die Aufenthaltsqualität im Freien verbessern.

          Topmeldungen

          Rettungskräfte in der südisraelischen Stadt Sderot versorgen eine Frau nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen am 12. Mai

          Angriffe in Israel und Gaza : Wenn man die Angst hören kann

          Die Heftigkeit der Angriffe der Hamas und des israelischen Militärs, aber auch der Gewalt in Israel selbst hat viele überrascht. Und alle fragen sich: Wird diese „Runde“ bald vorüber sein und wird sich etwas ändern?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.