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: Frankfurt und Frankfurter

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Funkstille bei Suhrkamp, niemand möchte mit Namen zitiert werden, wie dies am Wochenende im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu lesen war? Gestern nicht. Chefin Ulla Unseld-Berkewicz ...

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          Funkstille bei Suhrkamp, niemand möchte mit Namen zitiert werden, wie dies am Wochenende im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zu lesen war? Gestern nicht. Chefin Ulla Unseld-Berkewicz hat sich jedenfalls nicht in den Elfenbeinturm der Suhrkamp-Kultur verkrochen, beim Essen bei Konsul Bruno H. Schubert schlug die Unseld-Witwe sogar einen ironischen Funken aus den Debatten und Gerüchten über ihr Haus. Verlegerin? Nein, sie sei nicht die Verlegerin, sondern die Vorsitzende der Geschäftsführung, korrigierte sie sanft ein neues "Pferd" in ihrem Stall, den früheren Kulturdezernenten und Goethe-Instituts-Präsidenten Hilmar Hoffmann, womit sie vermutlich darauf hinweisen wollte, daß sie sich keineswegs als Alleinherrscherin im Verlag verstehe. Übrigens findet sich Ulla Berkewicz in Hoffmanns "Erinnerungen", die jetzt bei Suhrkamp in einer Neufassung herausgekommen sind, mehrmals erwähnt. Zum Beispiel in jener Episode, als Opern-Gast John Cage am 12. Dezember 1987 vor dem brennenden Frankfurter Opernhaus stand und nach einer neuen Bleibe suchte. Siegfried Unseld lud damals den Komponisten spontan in seine Villa ein, wo, wie Hoffmann sich erinnert, Ulla Berkewicz ihn so lange verwöhnte, bis seine Produktion endlich Premiere hatte. Den Buchvertrag hat allerdings noch Siegfried Unseld mit Hoffmann vereinbart. Für das klassische Suhrkamp-Blau, in welchem der Band gehalten ist, trägt hingegen die Verlegerin, pardon, die Leiterin der Geschäftsführung, die Verantwortung. (rieb.)

          Maria Sibylla Merian ist die Favoritin von Ruth Schwarz, den Frankfurtern bekannt geworden als Retterin des Eschenheimer Turms. Ihrer Initiative ist es mitzuverdanken, daß die Malerin und Naturforscherin jetzt mit einer Dauerausstellung im Senckenberg-Museum geehrt wird. Schon immer war Ruth Schwarz betrübt darüber, daß von dieser berühmten Frau keine Büste gefertigt wurde, wie es sich für große Persönlichkeiten gehört. Was nicht ist, kann noch werden, dachte Ruth Schwarz, überredete die Frankfurter Sparkasse zu einem mäzenatischen Beitrag von einigen tausend Euro, wofür der Bildhauer Georg Hüter nach dem Altersporträt Merians jetzt eine solche Büste gefertigt hat. Zu sehen ist das Werk von der kommenden Woche an im neuen Merian-Raum des Senckenberg-Museums. (rieb.)

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