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Frankfurt/Kassel : Pegida mobilisiert Tausende Gegendemonstranten

  • Aktualisiert am

Abfuhr: Am 26. Januar demonstrierten Tausende Menschen in Frankfurt, darunter die Trägerin dieses Schildes - dieses Mal sind es deutlich weniger Bild: Reuters

In Frankfurt und Kassel gehen Tausende Männer, Frauen und Kinder für eine offene Gesellschaft und Toleranz auf die Straße. Sie wollen ein Zeichen gegen Pegida setzen.

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          Gegen religiösen Fanatismus, Rassismus und Antisemitismus sind am Montag in Kassel und Frankfurt mehr als 3000 Menschen auf die Straße gegangen.

          Rund 2000 Personen kamen zu einer Kundgebung am Kasseler Rathaus, die unter dem Motto „Ein Deutschland für alle - Kassel bleibt weltoffen“ stand. „Freiheit, Demokratie und Menschenrechte sind untrennbar mit dem Gebot des Respektes und der Toleranz verknüpft“, sagte Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU), die als erstes hessisches Regierungsmitglied bei einer Pegida-Gegendemo sprach. Niemand, der auf der Flucht vor Krieg und Elend in Kassel sein Glück suche, solle sich fremd in der neuen Heimat fühlen.

          „Würde des Menschen unantastbar“

          Die Demonstranten hielten Schilder hoch, auf denen das Wort „Willkommen“ in mehreren Sprachen zu lesen war. Zudem wehten Fahnen verschiedener Parteien, Gewerkschaften und der Friedensbewegung. Unter anderem Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) und der Ausländerbeirat hatten zu der Kundgebung aufgerufen. Hilgen sagte: „Die Würde des Menschen ist unantastbar, nicht nur der Deutschen.“

          Konter: Ein Pegida-Anhänger in Frankfurt sendet Grüße an Gegendemonstranten

          Die islamkritische Bewegung „Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Kagida) hatte ihre Kundgebung angesichts der Gegenveranstaltung von Montag auf Sonntag vorverlegt und nach Polizeiangaben 56 Demonstranten mobilisiert.

          In Frankfurt versammelten sich in der Innenstadt laut Polizei rund
          1200 Pegida-Gegner mit Kuhglocken, Pfeifen und Trommeln. Auf
          Transparenten stand „Menschenrechte statt rechte Menschen.“ Die
          Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz und zählte rund 60
          Pegida-Anhänger. Es sei vereinzelt zu Rangeleien mit den
          Ordnungskräften sowie Flaschen- und Eierwürfen in Richtung der
          Pegida-Demonstrationen gekommen. Größere Zwischenfälle habe es aber bislang nicht gegeben, sagte ein Sprecher am Abend.





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