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Pegida-Demo in Frankfurt : Wütender Protest am Zaun

Umringt von Polizisten und Gegendemonstranten: die Pegida-Protestler. Bild: Frank Röth

An der Hauptwache hat sich die Lage angespannt: Knapp 100 Pegida-Protestlern stehen hier rund 4500 Gegendemonstranten gegenüber. Erst fliegen Eier, später dann eine Rauchbombe. Mehrere Personen werden festgenommen.

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          Heidi Mund ist noch gar nicht zu sehen, da fliegen schon die ersten Eier. Sie fliegen in hohem Bogen über die Polizeiketten hinweg, über Absperrgitter und weiter über den Platz vor der Katharinenkirche. Vor den Füßen dreier älterer Männer schlagen sie auf. Das Eigelb spritzt über den nassen Asphalt, beschmutzt Schuhe und Hosenbeine. Die Männer schimpfen: „Habt ihr nichts Besseres zu tun?“ Aber ihre Worte gehen im Pfeifkonzert unter. „Nazis raus“, rufen die Aktivisten, die sich am Montagabend zu Tausenden an der Hauptwache versammelt haben, um gegen die erste Pegida-Kundgebung in Frankfurt zu protestieren.

          Katharina Iskandar
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Um kurz nach sechs Uhr kommt dann auch Heidi Mund. Die Deutschland-Flagge in der Hand, schaut sie einmal in die Menge jener, die sie an diesem Abend niederbrüllen werden. Als „armselig“ und „Kinder, die für den Sozialismus instrumentalisiert werden“, wird sie die Gegendemonstranten später bezeichnen. Vorerst aber bleibt die Frankfurterin, die schon bei den Veranstaltungen von Kagida in Kassel und „Hooligans gegen Salafisten“ in Hannover dabei war und als Gesicht von Pegida am Main gilt, nichts anderes übrig, als zu schauen, wie sie ihre Veranstaltung überhaupt über die Bühne bringen kann.

          Mehrere Gerangel an der Absperrung

          „Die Freiheit ist zur Mutprobe geworden“, ruft Mund und greift damit das Motto auf, unter das sie selbst die Kundgebung gestellt hat. Und dann fallen Sätze, auf die jene Gegendemonstranten, die Mund Fremdenfeindlichkeit vorwerfen, nur gewartet haben: „Die schleichende Islamisierung in unserem Land wird weiter fortschreiten. Wir sind die Guten. Der Kampf fängt gerade erst an“, sagt Mund. Im Chor rufen die Pegida-Anhänger „Wir sind das Volk“ und halten ein Transparent hoch mit den Worten: „Gewaltfrei und vereint gegen Glaubenskriege auf deutschem Boden“. In der ersten Reihe steht der NPD-Landesvorsitzende Stefan Jagsch.

          Und dann fliegen nicht nur Eier, sondern auch Flaschen und Böller. Irgendwann auch eine Rauchbombe. Die Gegendemonstranten pfeifen und zerren an den Absperrgittern. Die Polizei macht Durchsagen, fordert die Leute immer wieder auf, sich zu beruhigen. Doch die Worte verhallen, weitere Eier und Böller fliegen über die Gitter. An der Absperrung selbst kommt es mehrfach zu Gerangel. Als ein älterer Pegida-Anhänger auf die Gegendemonstranten zugeht, wird immer stärker an den Gittern gerüttelt. Ein Polizist interveniert, wird dann aber rüde von dem Mann angegangen, er solle gefälligst seine Grundrechte schützen. Einige Meter weiter versuchen Autonome, näher an die Pegida-Versammlung zu gelangen. Die Polizei hält dagegen, will ein direktes Aufeinandertreffen der beiden Lager unbedingt verhindern. Schließlich setzen die Beamten kurz Pfefferspray ein. Sieben oder acht Personen werden wegen Böllerwürfen und Widerstands gegen die Beamten festgenommen.

          Am Ende sind es 4500 Menschen, die sich auf der Hauptwache versammelt haben, um deutlich zu machen, dass Pegida in Frankfurt unerwünscht sei. Heidi Mund sagt, sie sei „stolz“ auf jene, die aufgestanden seien, um ihre Meinung kundzutun. Jene knapp 100 Protestler, die auf ihrer Seite der Absperrgitter stehen. Aber ihre Worte sind kaum mehr zu hören.

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