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Im Gespräch: Pascal Roller : „Man hat mich leichtfertig ziehen lassen“

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Will Hamburg zu einer Basketball-Stadt machen : Pascal Roller, früher in Frankfurt an der Kugel Bild: dpa

Pascal Roller, der einstige Kapitän der Frankfurt Skyliners, spricht im Interview über sein Verhältnis zu seinem alten Klub und sein ehrgeiziges Projekt Towers, das Hamburg zu einer Basketball-Stadt machen soll.

          Wie Gunnar Wöbke bei den Fraport Skyliners sind Sie geschäftsführender Gesellschafter der Hamburg Towers. Diese haben am vergangenen Wochenende ihr erstes Vereinsspiel in der zweiten Liga bei den Gießen 46ers gewonnen. Ist Wöbke beim Aufbau Ihres neuen Klubs ein Vorbild für Sie?

          Das, was Gunnar in Frankfurt unter ein bisschen anderen Startbedingungen aufgebaut hat, wollen wir auch in Hamburg erreichen. Kurz- oder mittelfristig möchten wir in die erste Liga und dort ein Team aufstellen, das zum festen Inventar gehört. Gunnar hatte dabei einen Erfahrungsvorsprung, weil er bereits den Klub in Rhöndorf geführt hatte. Außerdem gab es noch einen Investor im Hintergrund, so dass nicht bei null angefangen werden musste. Um damals zum Beispiel Kai Nürnberger zu verpflichten, mussten finanzielle Mittel vorhanden gewesen sein. In Hamburg hingegen starten wir bei null - mit einem Etat unter einer Million Euro.

          Was nehmen Sie von Wöbke mit?

          Er hatte eine Vision, das fand ich bewundernswert. Er konnte Leute begeistern und dazu animieren mitzumachen.

          Was werden Sie sich von ihm nicht abschauen?

          Als Spieler habe ich bei den Skyliners viele Prozesse hinterfragt. Oft hatte ich das Gefühl, dass es mit der Kommunikation nicht so gut läuft, was das Team angeht. Wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Das Gleiche passiert uns jetzt aber auch in Hamburg. Ich habe so viel mit dem operativen Geschäft zu tun, dass meine Kommunikation manchmal alles andere als gut ist. Ich bin noch im Lernprozess.

          Warum haben Sie nach Ihrer aktiven Karriere keine wichtige Funktion bei den Skyliners übernommen? Schließlich waren Sie auch als Kapitän viele Jahre lang die sportliche Identifikationsfigur des Klubs?

          Für beide Seiten war es ganz gut, nach 13, 14 Jahren getrennte Wege zu gehen. Gunnar war es damals wohl nicht möglich, mir die Herausforderung, die ich gesucht habe, anzubieten.

          Nach dem Weggang von Kamil Novak wurde der Posten des Sportdirektors doch frei.

          Es wäre für mich ein legitimer und nachvollziehbarer Einstieg gewesen. Wir haben auch darüber gesprochen. Damals war aber kein Budget da, jemanden einzustellen. Gunnar waren ein Stück weit die Hände gebunden.

          Wie haben Sie das empfunden?

          Ich war enttäuscht. Und bei mir ist immer noch Unverständnis darüber da, dass man mich so leichtfertig hat ziehen lassen. Darüber kann man sich schon ein bisschen wundern. Auf der anderen Seite konnte ich sicherlich nicht konkret formulieren, was ich will. Ich hätte mir selbst ein Ziel setzen müssen. Oder Gunnar hätte mir eins setzen müssen. Ich mache ihm keinen Vorwurf. Wir hatten Hochs und Tiefs in unserer Zusammenarbeit. Mal war unser Verhältnis sehr freundschaftlich, dann wieder sehr beruflich. Die Streitgespräche und Diskussionen waren aber immer von gegenseitigem Respekt geprägt.

          Sind die Skyliners professionell genug aufgestellt, um ihre hohen Ziele zu erreichen?

          Frankfurt hat viel Potential. Es war ein guter Schritt, meinen Nachfolger als Kapitän, Marius Nolte, einzubinden und ihn zu beauftragen, eine Sponsoringstrategie zu erstellen. Das bleibt jetzt nicht nur Chefsache. Es ist zwingend notwendig, sich breiter aufzustellen. Jetzt werden von den Skyliners auch mittelständische Unternehmen angesprochen - und nicht nur Dax-Konzerne.

          Hat Gunnar Wöbke Ihnen die Sponsorenakquise angeboten?

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