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Centralstation in Darmstadt : Die Rückkehr der Großraumdisko

  • -Aktualisiert am

Szene aus dem jahr 1996: Gäste tanzen im Techno-Club „Paramount Park“ in Rödermark. Bild: Bergmann, Wonge

Eine Partyreihe in der Darmstädter Centralstation erinnert an einen der größten Tanztempel der Neunziger: die Techno-Disko „Paramount Park“ in Rödermark. Auch vom Computerbildschirm aus kann man mitfeiern.

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          Mitte der Neunziger galt Frankfurt neben Berlin als deutsche Techno-Hauptstadt. Der Sound of Frankfurt war damals tonangebend. Es gab Clubs wie das „Dorian Gray“, dem man alleine schon wegen seiner Adresse am Flughafen ein internationales Flair bescheinigte. Oder das „Omen“, das vom Ruf seines Inhabers Sven Väth als Exzentriker profitierte.

          Und es gab, von 1993 bis 2002, den „Paramount Park“. Wegen seiner Lage weit vor den Toren der Stadt hatte er zwar immer auch ein bisschen das Image einer Dorfdisko – paradoxerweise aber mit überregionaler Sogwirkung: Raver reisten an den Wochenenden sogar aus Mannheim, Stuttgart oder Köln an, um hier zu feiern. Eine Säule aus Licht, die sich in den Nachthimmel bohrte, wies schon von weitem den Weg.

          Der Laden unter dem Dach einer ehemaligen Eissporthalle in Rödermark war eine deutschlandweit bekannte Großraumdisko. Und damit der ideale Ort für eine Jugendbewegung, die nicht zuletzt auch der Versuch einer großen Verbrüderung war. Schließlich hatte es Techno darauf angelegt, die Massen im Tanz zu vereinen und vielleicht auch zu erlösen – wenn auch nur für die Dauer einer Partynacht.

          Live-Stream ins Internet

          Fast alle wichtigen Protagonisten der Frankfurter Szene ließen hier ihre Platten kreisen. Torsten Fenslau zum Beispiel, der 1993 mit dem Hit „Mr. Vain“ einen Klassiker des Eurodance produzierte. Oder Ulli Brenner, Mitbegründer der beliebten Radiosendung „HR3 Clubnight“, die regelmäßig live aus dem Paramount Park übertragen wurde.

          Die Großraumdiskonächte sind inzwischen Geschichte. Ein Teil des 3200 Quadratmeter großen Gebäudes brannte 2006 nieder. Die Ruine soll bald neuen Bauprojekten weichen. Doch der Geist des Paramount Parks ist nicht tot, er lebt nur anderswo weiter: Die Macher der Partyreihe „Paramount Park - The Official Revival Party“ haben ihrem einstigen Lieblingsclub in der Darmstädter Centralstation ein musikalisches Denkmal gesetzt.

          Bei der dritten Ausgabe am 21. September legen die DJs Rick Air, Michael Hennes und The Prophet auf. Gespielt werden vorwiegend Hits melodiöser Subgenres der elektronischen Tanzmusik, etwa Trance, House oder Dance-Pop. Wie früher im „Mirage“, dem größeren der beiden Clubbereiche des Paramount Park, gibt es eine Lasershow. Die Tanzfläche ist am neuen Standort zwar deutlich kleiner. Dafür wird die Party, um das Gemeinschaftsgefühl zu steigern, per Live-Stream in den ultimativen Großraum schlechthin übertragen: das Internet.

          Paramount Park - The Official Revival Party 3.0

          21. September, 21 Uhr, Darmstadt, Centralstation, Eintritt ab 12 Euro, www.paramount-park.net

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