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Partnerschaft und Pandemie : „Gerade passiert vieles im Affekt“

„Der Beratungsbedarf ist explodiert“: Christine Backhaus, Psychologin und Beziehungscoach Bild: Frank Röth

Für viele Paare bedeutet die Corona-Pandemie mehr Nähe, aber das ist nicht jeder Beziehung unbedingt förderlich.

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          Das Power-Paar trägt jetzt Jogginghose. Sie sind beide in Kurzarbeit. Statt eines weißen Hemds mit gestärktem Kragen zieht er sich morgens schnell sein Lieblingsshirt über. Statt der aufwendigen Fönfrisur trägt sie die Haare neuerdings zu einem einfachen Pferdeschwanz gebunden. Bei der Maniküre war sie schon lange nicht mehr. Der Lack ist ab. Im wahrsten Sinne des Wortes.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Dem Paar gefällt diese neue, diese entschleunigte Art des Zusammenseins. Es gehört zu den Gewinnern der Krise. Zumindest im Privaten. Denn es hat erleben dürfen, was vielen anderen zur Stolperfalle geworden ist: dass eine Partnerschaft das Unperfekte aushalten kann. Dass es in Ordnung ist, mal durchzuhängen, antriebslos zu sein. Dass auch ein Macher mal nichts machen muss, sondern in einer Krisensituation verunsichert sein darf. Dass abgeblätterter Nagellack und Schlabbershirt zwar den Blick auf das Unperfekte freigeben, die Liebe aber nicht automatisch schwinden muss, sondern sogar wachsen kann.

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