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Parteitag der Frankfurter SPD : Mike Josef und das Gift der CDU

Nacheinander lobt er die Politik der SPD-Dezernenten Sylvia Weber, Ina Hartwig und Klaus Oesterling, die alle ebenfalls auf der Kandidatenliste stehen. Dagegen greift er CDU-Dezernenten an. Insbesondere Sozialdezernentin Birkenfeld habe „die Maske fallen lassen“, indem sie erst jetzt behaupte, Oberbürgermeister Peter Feldmann habe sie vor mehr als zwei Jahren aufgefordert, sich mit der Awo zu einigen.
Über Feldmann redet Josef eher kurz. „Lieber Peter, wann immer es geht, stellst du dich gegen Antisemitismus und Rassismus.“ Die Fraktionsvorsitzende Ursula Busch sagt, Feldmann sei „Teil des SPD-Teams im Wahlkampf“. Peter Feldmann spricht auch ausführlich selbst, zunächst über Corona und die Politik, dann aber auch über die „politische Schlammschlacht“ der „sogenannten Awo-Affäre“.

Diverse Liste

Über seinen Listenvorschlag sagt Josef: Alle, die jetzt aufhörten, hätten das selbst entschieden, aber es seien schwierige Entscheidungen gewesen: „Sie haben ihr eigenes Wohl hinter das Wohl der Partei hintangestellt.“ Er selbst stelle sich „mit allem Selbstbewusstsein“ auf den ersten Platz seiner „diversen Liste“. Als Vorbild dafür nennt er Claus Kaminsky, den Oberbürgermeister von Hanau. Wenige Tage vor dem Parteitag hat der Vorsitzende des Ortsvereins Sachsenhausen wegen Josefs Liste mit Rücktritt gedroht. Eberhard Ruoff hat kritisiert, dass kein Kandidat aus dem Ortsverein auf einem aussichtsreichen Listenplatz stehe.

Die Dezernentinnen Weber (Platz 4) und Hartwig (Platz 30) stammen zwar aus Sachsenhausen, würden aber als Magistratsmitglieder kaum Stadtverordnete. Ähnliches gilt für Ina Hauck (Platz 22), die Nachfolgerin der ehrenamtlichen Stadträtin und Fluglärmschutz-Beauftragten Ursula Fechter werden soll. Dann kommt erst auf Platz 32 Christine Wendel-Roth aus Sachsenhausen. Josef berichtet von intensiven Gesprächen mit Ruoff. Der stellt sich dann auf dem Parteitag ans Rednerpult und wirbt um Verständnis für sein Vorgehen der vergangenen Tage – und fordert jetzt doch dazu auf, die Liste wie vorgelegt zu wählen. Von Rücktritt keine Rede mehr.

Parteitag folgt Josefs Vorschlag

Nach dem Spitzenplatz wird noch über alles Mögliche abgestimmt, vor allem aber die folgenden Plätze auf der Liste, die 95 Namen lang ist. Der Parteitag folgt Josefs Vorschlag. Die Fraktionsvorsitzende Ursula Busch kommt auf Platz 2, ihr Stellvertreter Roger Podstatny auf 3, Sylvia Weber auf 4, Holger Tschierschke auf Platz 5, Sylvia Kunze auf Platz 6. Die Plätze 7 bis 10 nehmen Abdenassar Gannoukh, Kristina Luxen, Hüseyin Sitki und Almuth Meyer ein, die erst am Samstag in die Partei eintritt, genauso wie Michael Zimmermann-Freitag (Platz 23). Auf den Plätzen elf bis 15 stehen Gregor Amann, Viktorija Krzelj, Jürgen Gasper, Esther Gebhardt und Simon Witsch. Die Plätze 16 bis 23 bekommen Milkica Romic, Sieghard Pawlik, Stella Schulz-Nurtsch, Raven Kirchner, Anna Pause und Roland Frischkorn.

Bei den Kampfkandidaturen geht es um die Plätze 24 und 43. Auf Platz 24 kann sich Susanne Kassold (Platz 40) nicht gegen das bisherige Fraktionsmitglied Birgit Puttendörfer aus Griesheim durchsetzen. Und Bilal Can, der von Platz 51 auf 43 will, kann Ulas Gergin nicht verdrängen.

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