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Fortan auch in Frankfurt : Parken per App mit minutengenauer Abrechnung

Fortan auch in Frankfurt möglich: Handy-Parken Bild: dpa

Die Stadt Frankfurt verteuert das Parken drastisch. Neu ist aber auch das „Regionalportal für Mobilfunkparken“. Es erlaubt, Parkgebühren per Handy zu begleichen. Damit ist Frankfurt aber recht spät dran.

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          Das Parken ist in Frankfurt teurer geworden. Gerade trat die neue Satzung über die Gebühren an Parkzeituhren und Parkscheinautomaten in Kraft. Für 15 Minuten Parken ist jetzt in den innenstadtnahen Gebieten ein Euro zu entrichten. Statt wie bisher drei Euro zahlen Autofahrer nun vier Euro pro Stunde. In allen anderen Stadtteilen fällt an Automaten eine Gebühr von 50 Cent für 15 Minuten Parken an.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für Carsharing-Autos gilt eine besondere Regelung. Sie dürfen im Innenstadtbereich eine Stunde lang unentgeltlich abgestellt werden. Außerhalb der Kernzone ist das Parken für sie zwei Stunden lang kostenlos.

          Auflage des Gerichts

          Hintergrund der Preiserhöhung beim Parken ist eine Klage der Deutschen Umwelthilfe wegen zu hoher Schadstoffwerte in Frankfurt. In erster Instanz hatte ein Gericht in Wiesbaden der Mainmetropole auferlegt, das Parken zu verteuern. Mittlerweile wurden schon die Preise für Dauermieter in städtischen Parkhäusern erhöht. Mit der neuen Satzung wird nun auch in Frankfurt das Handyparken möglich. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) schaltete für die Mainmetropole das „Regionalportal für Mobilfunkparken“ frei, das von der Gesellschaft für Integriertes Verkehrs-und Mobilitätsmanagement (IVM) betrieben wird.

          Autofahrer können sich anmelden und sich eine App herunterladen, über die sie ihre Parkgebühren mit Hilfe des Smartphones bezahlen. In den nächsten Tagen erhalten die Automaten Aufkleber, die auf das Handyparken hinweisen. Handyparker müssen zwar eine Gebühr im Cent-Bereich entrichten. Doch häufig dürften sie bei dieser Art der Bezahlung finanziell besser wegkommen als jene, die am Automaten bezahlen. Denn beim Handyparken wird minutengenau abgerechnet, während der Automat nur den 15-Minuten-Takt kennt. Wer also 16 Minuten parkt, zahlt gleich für eine halbe Stunde.

          In Hanau und Bad Homburg eingeführt

          Gesellschafter der IVM sind die Länder Hessen und Rheinland-Pfalz sowie der Rhein-Main-Verkehrsverbund, die Stadt Frankfurt und andere kreisfreie hessische Städte. Das IVM-Portal für Handyparken wird schon von Mainz, Wiesbaden, Hanau und Bad Homburg genutzt. Der Vorteil ihrer Plattform liegt darin, dass der Wettbewerb unter den Betreibern des Handyparkens gewährleistet bleibt, weil die Autofahrer die Auswahl unter mehreren Unternehmen besitzen. Die IVM übernimmt die Rolle eines Vermittlers zwischen den Kommunen, die Parkflächen anbieten und den Systembetreibern, die die Abrechnung übernehmen. Allerdings bestimmen die Kommunen weiterhin die Höhe der Parkgebühren.

          Die Zahl der abgeschleppten Autos ist wegen des Einsatzes von mehr Stadtpolizisten in Frankfurt sprunghaft angestiegen. Während in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres lediglich 3216 Wagen auf den Haken genommen wurden, waren es laut Stadtverwaltung im gleichen Zeitraum dieses Jahres 6258 Autos. Seit etwa zwei Jahren besteht kein Vertrag mehr zwischen der Stadt und den Abschleppunternehmen, die sich zu einer Bietergemeinschaft zusammengeschlossen hatten. Das hat es in der Vergangenheit oft kompliziert gemacht, Wagen abschleppen zu lassen. Nun möchte die Kommune wieder zu einem Vertrag kommen.

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