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Papstwahl : Fuldas Bischof: Ratzinger wird uns überraschen

  • Aktualisiert am

Bischof Algermissen Bild: picture-alliance / dpa/dpaweb

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen ist sicher, daß die Welt mit dem neuen Papst Benedikt XVI. noch Überraschungen erleben wird: „Er hat das Recht, einen anderen Weg zu gehen als Johannes Paul II.“

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          Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen ist sicher, daß die Welt mit dem neuen Papst Benedikt XVI. noch Überraschungen erleben wird.

          „Er hat das Recht, einen anderen Weg zu gehen als Johannes Paul II.“, sagte der katholische Bischof am Mittwoch in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Fulda. Der deutsche Kardinal wird es nach Algermissens Einschätzung in seinem neuen Amt „leicht und schwer“ haben. „Er kennt den Vatikan und die dortigen Gedankenstrukturen sehr gut.“ Ratzinger sei aber ein ganz anderer Menschentypus als sein charismatischer Vorgänger.

          „Maßlos und überzogen“

          Algermissen hofft, daß Papst Benedikt XVI. von Etikettierungen verschont bleibt. „Die Deutschen beurteilen ihn am kritischsten - diese Einordnungen sind maßlos überzogen und absurd“, betonte der Bischof. Der neue Papst solle nun Zeit haben, durchzuatmen, und nicht mit Dutzenden großer Erwartungen überfrachtet werden. „Aber er ist viel zu klug, als daß er sich auf eine Seite ziehen ließe.“

          Der Fuldaer Bischof zeigte sich sehr überrascht über die schnelle Wahl des 78jährigen. „Die Wahl im vierten Wahlgang ist historisch“, sagte Algermissen. Sie zeuge von starkem Konsens unter den Kardinälen und einer große Akzeptanz des deutschen Kardinals. „Ich habe nicht mit seiner Wahl gerechnet, aber ich kann damit sehr gut leben“, sagte Algermissen. Er schätze den neuen Papst als feinfühligen, sensiblen und liebenswürdigen Menschen sowie als tief denkenden Theologen.

          Auf keinen Fall sei Benedikt XVI. ein Übergangspapst. „Es gibt keine Übergangspäpste“, betont Algermissen, der am Sonntag ein Dank- Pontifikalamt im Dom in Fulda feiern wird. Diese Annahme habe schon bei Johannes XXIII. (1958-1963) nicht funktioniert, der sehr viel für die Kirche getan habe. Der Fuldaer Bischof erwartet nach eigenen Worten, daß der neue Papst die Kirche auf das Grundsätzliche zurückgeführt und den Glauben bewahrt. „Der Grundwasserspiegel des Glaubenswissens ist stark gefallen“, beklagte Algermissen. Er erwarte von Benedikt XVI., daß er die Gottesfrage wieder in die Öffentlichkeit bringe.

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