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Corona-Pandemie in Hessen : Neuinfektionen an zwei Frankfurter Schulen

Weiter notwendig: Corona-Testcenter in Hessen Bild: dpa

Vor wenigen Tagen waren es noch mehr als 60 neue Fälle, nun haben die Gesundheitsämter in Hessen nur drei neue Corona-Fälle gemeldet. Unschöne Nachrichten gibt es aber aus zwei Frankfurter Schulen.

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          Zwei Frankfurter Schulen melden neue Covid-19-Fälle. Eine dieser Schule bleibt zu Wochenbeginn geschlossen. Die Zahl der Corona-Opfer in Hessen hat die Marke von 500 überflügelt. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) ist über Nacht ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit der Pandemie gemeldet worden. Seit Anfang sind offiziell 501 Todesfälle zu beklagen. Ihnen stehen aber rund 9700 Patienten gegenüber, die als genesen gelten. Rechnerisch kommen 19,4 Genesene auf ein Corona-Opfer.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Mit der Zahl der neuen Fälle geht es nach einem kräftigen Anstieg in der vergangenen Woche nun wieder deutlich abwärts. Dem RKI haben die Gesundheitsämter nur drei Neuinfektionen gemeldet. So wenige waren zuletzt am 14. Juni bekannt geworden. Zum 18. Juni wurden dann 54 und tags darauf sogar 63 neue Fälle berichtet. Zum Sonntag ging es auf 19 hinunter. Seit Beginn der Pandemie-Aufzeichnungen am 2. März sind 10.578 Infektionen bekannt geworden. Im benachbarten Rheinland-Pfalz, das gut zwei Millionen Einwohner weniger hat als Hessen, sind es gut 6900.

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          Derweil haben sich zwei Schüler der Otto-Hahn-Schule im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach mit dem Covid-19-Virus infiziert, wie die Schule auf ihrer Homepage berichtet. „Die betroffenen Personen sind direkt durch das Gesundheitsamt kontaktiert worden und haben die notwendigen Anweisungen erhalten“, heißt es an der Kooperativen Gesamtschule. Schüler und Lehrkräfte der betroffenen Klassen werden demnach nun getestet. Für alle anderen Lerngruppen soll der Unterricht wie geplant ablaufen. Diese Schule ist also nicht geschlossen.

          Im Stadtteil Bonames ist die August-Jaspert-Schule wegen eines Corona-Falles zumindest für diesen Montag nicht geöffnet. Auch an dieser Grundschule stehen Tests an: „Es ist vorgesehen, dass alle Kinder der Schule und alle schulischen Mitarbeiter am Dienstag einen Abstrich in der Schule machen.“ Wie lange die Schule zu bleibt, steht dahin. Dabei sollte auch sie an diesem Montag wieder den Regelbetrieb aufnehmen.

          Wie sich aus dem gegen 14.45 Uhr veröffentlichten Corona-Bulletin des Sozialministeriums ergibt, steht für die Kreise Darmstadt-Dieburg, Gießen, Lahn-Dill, Limburg-Weil, Main-Kinzig und Vogelsberg sowie für die Stadt Darmstadt bei der Sieben-Tage-Inzidenz die Null. Dieser Wert ist wichtig für den Bestand der Lockerungen. Er bezieht sich auf die Neuinfektionen unter 100.000 Einwohnern binnen Wochenfrist. Jenseits der Marke 50 können die Behörden Lockerungen zurücknehmen. Bis auf die Kreise Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner sowie die Stadt Kassel (siehe Kasten unten) weisen aber alle Landkreise und Großstädte einstellige Ziffern auf. Hersfeld-Rotenburg ist mit dem Wert 22 am nächsten an der kritische Marke dran, aber doch weit davon entfernt.

          Zahl der Genesenen geschätzt

          Mit Blick auf die Zahl der Genesenen ist aber stets folgende Einschränkung zu beachten: Wie das RKI der F.A.Z. mitteilte, erhebt es Daten zur Zahl der Genesenen nicht offiziell. Die Erhebung sei auch nicht gesetzlich vorgesehen. „Allerdings kann man zumindest bei den Fällen, bei denen die meisten Angaben ermittelt wurden, die keine schweren Symptome hatten und die nicht in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, davon ausgehen, dass sie spätestens nach 14 Tagen wieder genesen sind“, heißt es in Berlin am Sitz des Instituts. Das RKI schätze die Zahl der Genesenen lediglich.

          Das RKI berücksichtigt jene Fälle, die am jeweiligen Tag um 0.00 Uhr übermittelt wurden. „Für die Darstellung der neu übermittelten Fälle je Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat“, heißt es auf der Internetseite des Instituts. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI könnten einige Tage vergehen. In solchen Fällen ist von Meldeverzug die Rede.

          Kassel: keine weiteren Fälle nach jüngstem Corona-Ausbruch

          Nach einem jüngsten Corona-Ausbruch in Kassel ist die Stadt damit beschäftigt, die Verbreitung der Infektionen einzudämmen und Infektionswege nachzuvollziehen. Im Laufe des Wochenendes seien vorsorglich mehr als 60 Personen getestet worden, nachdem in einer Flüchtlingsunterkunft im Stadtteil Bettenhausen 20 Covid-19-Erkrankungen bei Bewohnern nachgewiesen worden waren. Sämtliche Tests seien aber negativ ausgefallen, berichtete die Stadt am Montag. Daher habe die Stadt auch entschieden, die nahe gelegene Losseschule von Dienstag an wieder zu öffnen. Die Infizierten aus der Flüchtlingsunterkunft zeigten keine oder nur milde Symptome.

          Die Königstorschule bleibt hingegen nach Angaben der Stadt weiter geschlossen. Bei einem Kind dieser Grundschule war die Atemwegserkrankung nachgewiesen worden. Es hatte im privaten Kontakt zu mehreren Schülern anderer Jahrgänge. Einige Schüler und Lehrer klagen den Angaben zufolge derzeit über Beschwerden. Mindestens 15 Personen sollen deswegen auf Covid-19 getestet werden. Der Kinderhort Kreuzkirche bleibt ebenfalls geschlossen, weil dort Kinder der Königstorschule betreut wurden.

          In Kassel wurden 361 Corona-Fälle registriert, wie die Stadt am Montag berichtete. 38 aktuell Infizierte wurden gezählt. Sechs infizierte Personen werden derzeit in Krankenhäusern in der Stadt und im Landkreis Kassel behandelt. Eine der sechs infizierten Personen liegt auf einer Intensivstation. (dpa)

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