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„Palais Jalta“ hört auf : Freier Entschluß des Ost-Westeuropäischen Kulturzentrums

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Das Ost-Westeuropäische Kulturzentrum "Palais Jalta" stellt seine Veranstaltungstätigkeit ein. Es sei der "freie Entschluß" der Beteiligten, das Projekt abzuschließen, heißt es in einem Brief der Vereinsführung um Gerd Koenen und Wolfgang Klotz an die Mitglieder und Freunde der Institution.

          Das Ost-Westeuropäische Kulturzentrum "Palais Jalta" stellt seine Veranstaltungstätigkeit ein. Es sei der "freie Entschluß" der Beteiligten, das Projekt abzuschließen, heißt es in einem Brief der Vereinsführung um Gerd Koenen und Wolfgang Klotz an die Mitglieder und Freunde der Institution. Verabschieden will sich der Verein, der im Laufe seines vierzehnjährigen Bestehens zahllose Persönlichkeiten der demokratischen Erneuerungsbewegung in Osteuropa und der früheren Sowjetunion wie Lew Kopelew oder Adam Michnik als Gäste nach Frankfurt geholt hat, morgen, Samstag, von 19.30 Uhr an mit einem Forum in der St.Paulusgemeinde am Römerberg zum Thema "Welche Vergangenheit braucht Rußland?" Anschließend wird der freiwillige Abgang auf einem "Westöstlichen Diwan" besungen und betoastet.

          Als das "Palais Jalta" im Sommer 1989 - ohne Parteiticket oder Lobby - sich als Verein gegründet habe, habe sich gerade in Osteuropa der epochale Umbruch angebahnt, der die "Ordnung von Jalta" mit der politischen und militärischen Spaltung Europas in kürzester Zeit zum Einsturz gebracht habe, heißt es in dem Schreiben. Das "Palais Jalta" habe versucht, die über Jahrzehnte abgerissenen Verbindungen zwischen den beiden Hälften Europas wiederherzustellen.

          Inzwischen habe sich die Situation vollständig verändert. Ein großer Teil der Länder des östlichen Europas trete demnächst der Europäischen Union bei, es hätten sich mittlerweile viele Formen des Austausches und der Kommunikation hergestellt. Insofern bedürfe es nicht mehr einer eigenen Institution wie des "Palais Jalta". "Deshalb räumen wir den Platz ohne die rituellen Klagen der Abgewickelten Ost oder West, und wickeln uns, wenn schon, lieber fröhlich selbst ab." Es sei ein langes dramatisches Jahrzehnt gewesen und die Bewohner des "Palais Jalta" dürften sagen: "Wir sind dabei gewesen."

          Ein endgültiger Abschied ist es möglicherweise doch nicht, denn am Ende des Briefes heißt es: "Ob, wann und wie das "Palais Jalta" wieder auftaucht, wenn es etwas zu tun gibt, davon können sich alle überraschen lassen." rieb.

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