https://www.faz.net/-gzg-78hq0

Pädagogen gegen Gesetzentwurf : Streit um mehr Praxis für Junglehrer

  • Aktualisiert am

Pädagogik-Experten wollen, anders als CDU und FDP in Hessen, kein Praxissemester zu Lasten der wissenschaftlichen Lehrerausbildung Bild: dapd

Angehende Lehrer sollen mehr Erfahrung im Schulbetrieb sammeln. Aber wann und wie passt das Praxissemester in das Studium?

          1 Min.

          CDU und FDP in Hessen wollen Lehramtsstudenten für ein Praxissemester an die Schulen schicken, doch ihr Gesetzentwurf wird von Pädagogik-Experten abgelehnt. Der Praxistest für die Junglehrer soll im dritten oder vierten Semester kommen, um eine verfehlte Berufswahl noch korrigieren zu können. Das sei zu früh: „Wir halten das für eine Überforderung“, bemängelte Heike Lühmann vom Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer bei einer Anhörung im Landtags-Schulausschuss in Wiesbaden.

          Zwar sprachen sich alle Experten für einen hohen Praxisanteil an der Lehrerausbildung aus. Doch das eine Semester fehle in der wissenschaftlichen Ausbildung, sagte Knud Dittmann, Vorsitzender des hessischen Philologenverbandes. „Es wird also weniger studiert. Das ist ein grundlegender Fehler.“ Die Betreuer des Lehrernachwuchses an den Schulen würden nicht von anderen Verpflichtungen entlastet. „Das ist ein Sparmodell.“

          Organisatorische Probleme

          Das Praxissemester soll zunächst ein Modellversuch sein. Die zuständigen Stellen der Lehrerausbildung, die Universitäten und Studienseminare, befürchteten indes organisatorische Probleme für die Studiengänge.

          Mit einem Änderungsantrag wollen CDU und FDP im Gesetz noch höhere Zuschüsse für die Weiterbildungsarbeit der hessischen Volkshochschulen verankern. Die Einfügung gehöre nicht in das Lehrerbildungsgesetz, kritisierte die Landesorganisation der Weiterbildung in Hessen. Doch wenn sie dort festgeschrieben werde, müssten alle Bildungsträger gleich behandelt werden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Frei, aber nicht begnadigt: Roger Stone.

          Mehrjährige Haftstrafe : Trump bewahrt Ex-Berater vor dem Gefängnis

          Der Ex-Wahlkampfberater Roger Stone wurde im Zuge der Russland-Affäre zu über drei Jahren Haft verurteilt. Nun ist er ein „freier Mann“ - dank seines langjährigen Freundes Donald Trump. vor dem Gefängnis= Washington, 11. Jul (Reuters) - US-Präsident Donald Trump bewahrt seinen zu einer ...

          Hochwasserschutz in Venedig : Mose gegen das Meer

          Sie hat sechs Milliarden Euro verschlungen und war Teil eines monumentalen Korruptionsskandals: Die riesige Anlage mit dem Namen des Propheten soll Venedigs Altstadt vor den Fluten schützen und ist so gut wie fertig. Dass sie auch funktioniert, bezweifeln aber viele.

          Bidens Wirtschaftspolitik : Mit Trump-Rhetorik gegen Trump

          Präsidentschaftskandidat Biden skizziert sein Wirtschaftsprogramm: Wie sein Rivale will er mit Protektionismus begeistern – und er verschärft seinen Anti-Wall-Street-Populismus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.