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Großbaustelle in Offenbach : Großbaustelle in Offenbach könnte Verkehr behindern

Von Dienstag an wird am Kaiserlei die zweite große Brückendecke aus gewaltigen Betonmengen gegossen. Bild: Georg

Die Ostrampe am Offenbacher Kaiserlei soll in der nächsten Woche in einem Stück gegossen werden. Von Dienstag bis Donnerstag ist mit viel Baustellenverkehr und Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

          In der Nacht vom 25. auf den 26. Juni ist es soweit. Auf der Großbaustelle im Westen Offenbachs wird das östliche der beiden großen Brückebauwerke betoniert, die zentrale Bestandteile des grundlegenden Umbaus am ehemaligen Kaiserlei-Kreisel sind. Die dafür notwendige Verschalung ist errichtet und ruht auf unzähligen Eisenstelzen. Das Brückenbauwerk ist Teil der zukünftigen Abfahrt von der Autobahn 661 für den Verkehr aus Richtung Darmstadt. Von Dienstag, 4 Uhr morgens, bis Donnerstag um dieselbe Zeit werden rund 20 auf großflächige Betonarbeiten spezialisierte Fachleute die Brücke in einem Stück gießen. Ihre Premiere am Offenbacher Kaiserlei hatten die Betonexperten beim Guss des westlichen Brückenbauwerks im vergangenen Jahr.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Beim Bau der westlichen Brücke wurden den Angaben der Stadt zufolge rund 100 Sattelzüge mit Kies und 20 Lastwagen mit Zement zu alles in allem rund 1200 Kubikmeter Beton verarbeitet und auf die vorbereiteten Holzverschalungen gegossen. Die für Dienstag und Mittwoch geplanten Arbeiten haben dieselbe Dimension, weshalb auch diesmal mit starkem Baustellenverkehr und entsprechenden Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist. Zuletzt war es auch deshalb zu Staus gekommen, weil Lastwagenfahrer die beschränkte Durchfahrtshöhe trotz Warnhinweisen nicht beachtet hatten und mit ihrem Auflieger an dem Gerüst hängengeblieben waren. Um bei Betonbauwerken dieser Größe Schwindrisse zu vermeiden und eine volle dauerhafte Tragfähigkeit sicherzustellen, werden durch das komplette Bauwerk in dicken Rohren verdrillte Spannstahllitzen gezogen. Die Armierung aus Stahl ist derzeit schon auf dem Gerüst auszumachen.

          Wie die Stadt weiter mitteilt, errechnen Experten später mit Hilfe von gegossenen Testwürfeln, die fortlaufend im Labor untersucht werden, den richtigen Zeitpunkt, um die Litzen unter volle Spannung zu setzen. Sobald der Beton dann beginnt abzubinden, was je nach Wetter, Temperatur und Luftfeuchtigkeit durchaus unterschiedlich lange dauern kann, wird die Oberfläche maschinell geglättet.

          Pfähle werden 40 Meter tief in den Boden getrieben

          Die Abfahrtsrampe von der Autobahn 661 aus Richtung Darmstadt soll in die neue Doppelkreuzung an der Strahlenberger Straße münden. Um Geld zu sparen, sind auf der Ostseite im Westen schon einmal verwendete Holzkonstruktionen noch einmal genutzt worden. Die beiden Brückenbauwerke werden jeweils eine Distanz von 125 Metern überspannen. Das Heikle an der Konstruktion sind nicht die Brücken selbst, sondern der Untergrund. Der ist hier wie vielerorts im Rhein-Main-Gebiet nicht wirklich fest. Deshalb mussten im Offenbacher Westen 100 Betonpfähle in den Boden getrieben werden, um ausreichend Stabilität sicherzustellen, wie Fachleute erläutern.

          Die Pfähle reichen bis zu 40 Meter in die Tiefe. Außerdem mussten die Straßen- und Brückenbauer berücksichtigen, dass mitten durch diese Gründung der Brücken und Rampen der S-Bahn-Tunnel zwischen Offenbach und Frankfurt seinen Weg nimmt. Weil der Tunnel selbst nicht zusätzlich von oben belastet werden darf, müssen die Brücken- und Rampenkonstruktionen auf diese Pfähle gelegt werden.

          Diese Besonderheit und die Suche nach Bomben und sonstigen Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg haben die Kosten längst über die ursprünglich kalkulierten 37 Millionen Euro steigen lassen. Später wurden 41 Millionen genannt, wobei es sich auch bei diesem Betrag lediglich um eine vorläufige Angabe handeln dürfte, weil weitere Schwierigkeiten und damit Kostensteigerungen nicht auszuschließen sind. Zuletzt wurde der Anteil Offenbachs mit rund 4,9 Millionen Euro beziffert, wobei die Stadt weitere Förderung erwartet.

          Fertiggestellt sein soll das Projekt etwa im ersten Halbjahr 2020. Das Ziel der komplexen Umgestaltung ist es, das Verkehrsgeschehen auf der Autobahn möglichst vollständig vom lokalen Verkehr in Offenbach zu trennen. Bisher lähmte nahezu jeder Stau auf der A 661 in kürzester Zeit auch den Verkehr im gesamten Westen der Stadt Offenbach selbst.

           

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