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Standort für Städtische Bühnen : „Der Osthafen ist ein zentraler Ort“

Zieht den Osthafen vor: Jan Schneider möchte die Städtischen Bühnen in einem Gebäude vereinen. Bild: Wonge Bergmann

Der CDU-Vorsitzende Jan Schneider möchte für Oper und Schauspiel ein gemeinsames Gebäude errichten. Der Baudezernent für Frankfurt schlägt einen Beirat von Fachleuten vor, um die Vorschläge der Politik zu prüfen.

          8 Min.

          Die CDU möchte die Städtischen Bühnen – also sowohl Oper als auch Schauspiel – am Osthafen neu errichten. Was spricht für diesen Standort?

          Matthias Alexander
          Stellvertretender Ressortleiter im Feuilleton.

          Die CDU möchte in erster Linie Oper und Schauspiel gemeinsam mit den Werkstätten unter einem Dach errichten. Der Osthafen ist eine Option, wir haben in unserem Positionspapier aber ausdrücklich auch den Kulturcampus Bockenheim als möglichen Standort genannt. Der entscheidende Punkt ist also weniger der Standort, sondern dass wir anders als andere Oper, Schauspiel und Werkstätten in einem Haus belassen wollen.

          Und warum ist es Ihnen so wichtig, das alles in einem Standort zusammenzufassen?

          Man muss sehen, dass die von Frau Dr. Hartwig und der SPD favorisierte Variante nicht nur zwei, sondern gleich vier Baustellen bedeutet. Wer sagt, dass er zwei neue Gebäude für Oper und Schauspiel will, verschweigt zwei Dinge: Erstens, dass ein weiterer Großbau, nämlich ein sogenanntes Produktionszentrum, notwendig wird, das allein mindestens 100 Millionen Euro kosten würde. Und man braucht außerdem ein Interimsquartier. Ich hätte also vier relativ komplexe Baumaßnahmen zu bewerkstelligen und hätte am Ende das, was wir derzeit am Willy-Brandt-Platz haben, in drei verschiedenen Standorten aufgespalten. Dadurch entstehen bauliche und zeitliche Risiken für den künstlerischen Betrieb, die gewaltig sein können. Wir sehen die Gefahr eines dauerhaften Reputationsschadens, wenn man jahrelang in Interimsspielstätten oder mit Baustellenatmosphäre spielen muss.

          Aber auch eine einzige Großbaustelle ist mit Risiken verbunden.

          Wenn wir an einer anderen Stelle als dem Willy-Brandt-Platz das Ganze neu bauen, kann an einem Freitagabend an alter Stätte das große Finale gegeben werden, und am nächsten Tag könnte man die Eröffnung des neuen Standorts feiern. Wenn sich der Bau verzögern sollte, würde man nicht obdachlos, das gibt zusätzliche Sicherheit.

          Die Intendanten von Oper und Schauspiel haben sich in ihrer Pressemitteilung aber zufrieden mit dem Vorschlag der Kulturdezernentin gezeigt.

          Zunächst waren nur die Ergebnisse der Untersuchung zur Kenntnis zu nehmen. Man sollte sich die Zeit nehmen, vertieft mit den Intendanten darüber zu besprechen, was das bedeutet. Mit dem Opernintendanten müsste darüber gesprochen werden, wo die neue Oper steht. Das ist ein weitere Haken der bisherigen Diskussion, dass nicht über konkrete Standorte gesprochen wird. Es wird bis jetzt nur gesagt, man braucht mindestens einen neuen Standort. Das bedeutet faktisch, dass die Oper an einen neuen Standort verlegt würde.

          Von Michael Guntersdorf, dem Leiter der Stabsstelle, und der Kulturdezernentin wird ein Standort in den Wallanlagen ins Gespräch gebracht. Wäre das grundsätzlich ein Standort, der für Sie in Frage käme, unabhängig von Ihrer Präferenz für den Osthafen, oder sind die Wallanlagen für Sie unberührbar?

          Man muss wissen, dass für die Oper und das Schauspiel schon einmal gravierend in das Wallservitut eingegriffen worden ist. Das heutige Haus liegt in den Wallanlagen. Das allein wäre kein K.-o.-Kriterium. Der Eingriff könnte womöglich wieder ausgeglichen werden.

          Das klingt recht aufgeschlossen.

          Für mich steht und fällt alles mit der Frage, ob man die Nutzer beieinanderlässt. Ich war ursprünglich eher der Meinung, dass man die produzierenden Teile, also die Werkstätten, auslagern könnte. Nachdem ich mich über mehrere Jahre mit dem Thema beschäftigt habe, ist für mich der Mehrwert nachvollziehbar, alles unter einem Dach zu haben. Der Raumbedarf wird dadurch nicht unbedingt kleiner, aber die Abläufe sind besser. Bildhaft: Wenn die Darstellerin der Isolde zwei Etagen mit dem Aufzug hinunterfahren kann, um das Kostüm anzuprobieren, kann sie fünf Minuten später wieder beim Dramaturgen stehen und Aufführungsdetails besprechen. Wenn man es aufteilt, müssen Kostüme quer durch die Stadt gefahren werden.

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