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„Sabine“ über Hessen : Schulen, Bahnen und Busse fallen aus, Flieger heben ab

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Ein Fußgänger schützt sich nach dem Sturmtief „Sabine“ auf der Ignatz-Bubis-Brücke in Frankfurt vor Wind und Regen. Bild: dpa

Ein Orkantief zieht auch über Hessen hinweg. In vielen Teilen Hessens fällt daher am Montag die Schule aus, auch der Nahverkehr ist beeinträchtigt. Am Frankfurter Flughafen ist der Betrieb aber „normal“ angelaufen.

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          Orkantief „Sabine“ ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 145 Kilometern je Stunde auch auf Hessen getroffen, hat aber ersten Berichten zufolge nicht für größere Schäden gesorgt. Es gab einige Leichtverletzte nach Unfällen, die mit dem Sturm zu tun hatten. Pendler und Reisende müssen aber noch den ganzen Tag über mit Einschränkungen im Bahnverkehr rechnen. Die Deutsche Bahn stellte den Regionalverkehr bis mindestens 8 Uhr komplett ein, wie sie auf Twitter berichtete (siehe Kasten). Mittlerweile sind aber erste Bahnen wieder auf der Schiene.  Vielerorts in Hessen fällt die Schule aus.

          Das gilt zum Beispiel für Offenbach, den Hochtaunuskreis und den gesamten Main-Kinzig-Kreis. Auch in Darmstadt bleiben die Schulen wie die Horte und das Nordbad geschlossen. Im Raum Darmstadt fuhren am Morgen auch keine Heag-Busse. In Gießen ist nur in einem Teil der Schulen der Unterricht abgesagt. Bereits am Sonntag hatten zahlreiche Kreise und Städte in Hessen bekanntgegeben, dass der Unterricht ausfällt, weil die Schüler womöglich nicht gefahrlos zu den Schulen kommen können oder Busse und Bahnen nicht fahren.

          Trotz des Orkantiefs ist der Flugbetrieb am Frankfurter Flughafen nach Ende des Nachtflugverbotes normal angelaufen. Es gebe bislang auch keine massiven Verspätungen wegen des Sturms, berichtete ein Sprecher von des Betreibers Fraport. Einige Airlines hatten aber bereits vorsorglich Flüge abgesagt. Wegen des Sturms waren am Vortag 190 Starts und Landungen an dem größten deutschen Flughafen gestrichen worden.

          Kran in Dom gekracht

          Polizeien in Hessen berichteten von Einsätzen wegen umgestürzter Bäume, die Straßen blockierten. Der Ausleger eines Baukrans wurde in das Dach des Frankfurter Doms gedrückt. Verletzt worden sei niemand, berichtete die Polizei. Die Kran-Bergung kann voraussichtlich erst Mitte der Woche durchgeführt werden.  „Es wäre bei dieser Wetterlage viel zu
          gefährlich, das jetzt schon zu tun“, sagte die Dombaumeisterin der Stadt, Julia Lienemeyer, am Montag.

          Wichtig sei nun, den Kran abzusichern und das Dach provisorisch zu schließen, damit kein Wasser in das Gewölbe eindringen kann. Eine Einsturzgefahr bestehe nicht, der Kran stecke fest. Wie hoch der Schaden ist, blieb unklar. „Wir sind einfach froh, dass niemand verletzt wurde“, so Lienemeyer.

          Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) meldete sich in einem Video auf Facebook zu Wort. Er sei erschrocken gewesen, als er den Einriss im Dach gesehen habe. „Wir werden alles machen, dass das schnell repariert wird.“ Der Dom habe ja eine „immense Bedeutung“. Zu den Kosten der Reparatur sagte Feldmann: „Ich wage keine Prognose, aber ich glaube, da wird nicht gespart.“

          Die zahlreichen Baukräne im Offenbacher Stadtgebiet etwa an den ehemaligen Siemenstürmen am Kaiserlei und auf der Baustelle des neuen Polizeipräsidiums hielten dem Sturm dagegen stand. In Offenbach blieb es ebenfalls bei vereinzelten überschaubaren Schäden.

          Überhang: Dieser Bahnkunde musste in einem Zug auf dem Frankfurter Hauptbahnhof übernachten

          Insgesamt kam es in Frankfurt von Sonntag Nachmittag bis 5 Uhr am Montag Morgen zu 51 Einsätzen. In den meisten Fällen wurden die Einsatzkräfte wegen umgestürzter Bäume oder herabgefallener Äste gerufen, aber auch wegen Schäden an Dächern. Verletzt wurde nach derzeitigen Erkenntnissen niemand. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, er vermute, dass sich die Zahl der Einsätze im Laufe des Tages noch steigen werde. „Viele Beschädigungen werden erst bei Tageslicht zu erkennen sein.“

          Im Hochtaunus blockierten in der Nacht umgestürzte Bäume mehrere Straßen. Noch am Morgen waren die Bundesstraße 8 zwischen Königstein und Glashütten, die Kanonenstraße zwischen Oberursel-Hohemark und Schmitten sowie die Verbindung von der B 8 zum Roten Kreuz unterhalb des Großen Feldbergs gesperrt. Auch in mehreren Orten fielen Bäum und Bauzäune um. Bei einem Verkehrsunfall im Usinger Land rutschte ein Auto in den Graben. Verletzte gab es glücklicherweise nicht. Die Schulen im Hochtaunuskreis bleiben am Montag geschlossen.

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