https://www.faz.net/-gzg-9wd6w

Bergung erst zur Wochenmitte : Noch steckt der Kranausleger im Frankfurter Dom

In Frankfurt wurde der Ausleger eines Baukrans durch den Sturm "Sabine" in das neu restaurierte Dach des Doms gedrückt worden. Bild: Helmut Fricke

Durch das Orkantief „Sabine“ wurde der Ausleger eines Baukrans in das Dach des Frankfurter Doms gedrückt. Der Kran kann voraussichtlich erst Mitte der Woche entfernt werden.

          2 Min.

          Das Orkantief „Sabine“ hat in der Nacht zum Montag für Schäden am Frankfurter Dom gesorgt. Gegen ein Uhr knickte der Sturm den Ausleger eines Baukrans um und drückte ihn zum Teil durch das Dach des Doms. Das Dach sei beschädigt, hieß es von der Polizei. Der Baukran stand am Dom, weil das Dach derzeit saniert wird. Ein genaueres Bild der Schäden soll bis zum Mittag festgestellt werden.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Um kurz nach 1:00 Uhr nachts hatte die Feuerwehr die Meldung erreicht, dass ein Baukran auf das Dach des Doms gestürzt sei, wie am Montag mitgeteilt wurde. Am Dom habe man dann festgestellt, dass der Ausleger des Krans abgeknickt war, mit der Spitze das Dach des Doms beschädigt hatte und nun darin feststeckt. Das Areal rund um den Dom wurde abgesichert. Da sich der Kran nach Einschätzung der Feuerwehr in einer stabilen Lage befindet, seien keine weiteren Maßnahmen erforderlich gewesen.

          Weitere Einsätze für die Feuerwehr

          Am Montagmittag teilte die Dombaumeisterin der
          Stadt, Julia Lienemeyer, mit, dass der Kran erst Mitte der Woche entfernt werden kann: „Es wäre bei dieser Wetterlage viel zu gefährlich, das jetzt schon zu tun.“ Wichtig sei nun, den Kran abzusichern und das Dach provisorisch zu schließen, damit kein Wasser in das Gewölbe eindringen kann. Eine Einsturzgefahr bestehe nicht, der Kran stecke fest. Wie hoch der Schaden ist, blieb unklar. „Wir sind einfach froh, dass niemand verletzt wurde“, so Lienemeyer.

          Von Sonntagnachmittag bis Montagmorgen wurde die Feuerwehr in Frankfurt zu insgesamt 51 Einsätzen in Verbindung mit Sturm „Sabine“ alarmiert. Acht Mal wurden Einsätze in Verbindung mit Dächern, 25 Mal Einsätze mit Bäumen oder Ästen und 18 sonstige Hilfeleistungseinsätze wie beispielsweise umgestürzte Bauzäune gemeldet. Die Einsätze verteilten sich über das gesamte Stadtgebiet. Hierzu waren die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr im Einsatz. In allen Fällen liegen uns keine Erkenntnisse vor, dass es verletzte Personen gegeben hat.

          Aktuell geht die Feuerwehr davon aus, dass die Zahl der Einsätze im Laufe des Tages noch steigen wird. Viele Beschädigungen werden erst bei Tageslicht zu erkennen sein.

          Der Dom St. Bartholomäus – auch Kaiserdom zu Frankfurt am Main – gilt als herausragender Ort west- und mitteleuropäischer Geschichte. 794 tagte an diesem Ort die „Synode von Frankfurt“, die Bischöfe und Priester aus dem Frankenreich in „Franconofurd“ zusammenführte. Der „Kaiserdom“ beherbergt auch die kürzlich sanierte „Wahlkapelle“, in der seit 1438 die Könige, seit 1562 auch die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewählt wurden – bis zu dessen Auflösung 1806. In der kleinen Domkapelle befindet sich zudem eine der bedeutendsten Reliquien in Europa – die Schädeldecke des Apostels Bartholomäus. Die Reliquie gelangte nach dem Jahr 1200 nach Frankfurt und gab dem Dom seinen Beinamen.

          Im Frankfurter Dom wurde am 30. Januar 2020 der Synodale Weg der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken eröffnet.

          Weitere Themen

          Eine sehr seltsame Erfahrung

          Kunst via Livestream : Eine sehr seltsame Erfahrung

          Oliver Augst wurde am Künstlerhaus Mousonturm unfreiwillig der erste hiesige Streaming-Künstler. Das Live-Erlebnis und die Interaktion fehlen dem Künstler in der Corona-Krise.

          Topmeldungen

          Mitglieder der chinesischen Führung verneigen sich am Samstag im Gedenken an die im Kampf gegen das Coronavirus Verstorbenen.

          Totengedenken in China : Die Ahnen per Livestream ehren

          Nach Wochen des Ausnahmezustands sehnen die Chinesen sich nach Normalität. Die Regierung lässt das aber nur streng dosiert zu – denn ihre Prioritäten sind andere: die Partei und die Wirtschaft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.