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Wie Abgeordnete abstimmen : „Bei der Organspende geht es um den freien Willen“

Der Organspendeausweis gibt Aufschluss darüber, ob der Inhaber einer Spende zustimmt. Wer eine Spende ablehnt, kann das durch den Ausweis ausdrücken. Bild: dpa

Kaum eine Debatte ist so emotional geführt worden, wie jene um die geplante Reform der Organspende. Auch Bundestagsabgeordnete aus Rhein-Main stimmen am Donnerstag ab. Welche Position sie vertreten, verraten sie schon vorab.

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          Beim Gang zum Bürgeramt hat er ausprobiert, worüber in der Politik und in der Öffentlichkeit seit Wochen debattiert wird: Wolfgang Kothe wollte eigentlich nur seinen Personalausweis verlängern und sich nebenbei über das Thema Organspende aufklären lassen. Das mit dem Personalausweis hat funktioniert – für das Aufklärungsgespräch blieb keine Zeit. Ohnehin wollte niemand im Amt für die Anfrage zuständig sein. Kothe musste gehen. „Der Nächste, bitte!“

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Der Sechzigjährige erzählt diese Geschichte gerne. Nicht, weil er wirklich an einem Aufklärungsgespräch interessiert gewesen wäre. Eher weil sie für ihn der Beweis dafür ist, dass ein Amt, in dem Menschen ihre Behördengänge möglichst schnell erledigen wollen, nicht der geeignete Ort sein kann, um ein so sensibles Thema anzusprechen. Kothe gehört zu den Menschen, denen durch eine Organspende ein neues Leben geschenkt wurde. Vor sechs Jahren bekam er ein Spenderherz in der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim transplantiert. Deutschlandweit haben der Deutschen Stiftung Organspende zufolge im vergangenen Jahr etwa 9500 Patienten auf ein Organ gewartet.

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