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Opera meets nature : Walküre für junge Eichen

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Eine Oper für mehr Bäume: Im Wald steht eine knorrige alter Eiche. Bild: dpa

Der österreichische Heldentenor Andreas Schager engagiert sich im hessischen Laubach gegen den Klimawandel. Weitere Aktionen sind bereits geplant.

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          Andreas Schager will sich nicht damit abfinden, dass angesichts der Corona-Krise alle anderen Themen in den Hintergrund treten. Der österreichische Heldentenor engagiert sich im Kampf gegen den Klimawandel. „Lasst uns Bäume pflanzen“, lautet sein Aufruf, mit dem er zusammen mit dem Gießener Rechtsanwalt Turgay Schmidt Ende 2019 die Initiative „Opera meets nature“ startete. Aus ihr ist ein gemeinnütziger Verein geworden.

          Am Samstag gab Schager zusammen mit seiner Frau, der Geigensolistin Lidia Baich, dem Bariton Michael Volle und dessen Gattin, der Sopranistin Gabriela Scherer, sowie der Pianistin Alexandra Golubitskaya vor 100 Gästen ein kleines, aber feines Konzert im Laubacher Schloss. Außer Richard Wagner – Arien aus dem Tannhäuser, der Walküre, Lohengrin und Siegfried – kamen auch Beethoven, Puccini, Verdi und Tschaikowski zu Wort. Nach Abzug der Kosten fließen rund 10.000 Euro in das Baumpflanzprojekt.

          „Die Wagner-Festspiele in Bayreuth fallen dieses Jahr aus. Aber einige der Stars sind heute Abend in der mittelhessischen Provinz in Laubach zu hören“, sagte der Gastgeber Graf Karl Georg zu Solms-Laubach, ein Opernliebhaber und Kulturförderer. Andreas Schager hätte in diesem Jahr in Bayreuth in der Neuinszenierung des „Ring des Nibelungen“ den Siegfried verkörpert.

          „Kein Nutzwald, sondern ein CO2-Speicher“

          Der Graf stellt eine 1,5 Hektar große Fläche in der Nähe von Kloster Arnsburg zur Verfügung. Dort werden überwiegend Eichen und Eschen gepflanzt. Die Setzlinge sind bereits auf 1,20 bis 1,50 Meter herangewachsen und damit relativ widerstandsfähig. Es handelt sich um ein generationenübergreifendes Projekt. Schließlich werden Eichen und Eschen mehr als 200 Jahre alt. „Das Ergebnis werde ich nicht mehr erleben“, sagt der Graf. „Entstehen soll kein Nutzwald, sondern ein CO2-Speicher.“

          Damit, einen Baum zu pflanzen, ist es nicht getan. Er müsse auch gepflegt werden, sagte der Laubacher Adelige. Entscheidend sei auch die Auswahl der Baumart. Fichten haben in Mitteleuropa mittlerweile kaum noch ein Zukunft. Durch den globalen Temperaturanstieg zeichnet sich in Deutschland der dritte Dürresommer in Folge ab. Die Folgen für den Wald sind fatal. Graf Karl Georg zu Solms-Laubach beklagt, dass in seinen Wäldern die Fichten – sie machen etwa ein Drittel des Baumbestands aus – großflächig absterben. „Aktuell beträgt der Schaden rund 100.000 Festmeter. Das ist das Fünfundzwanzigfache des normalen Jahreseinschlags von 4000 Festmetern“, verdeutlicht der Forstwirt.

          Bei Opera meets nature ist alles auf Richard Wagner abgestimmt. Daher ist der Wald, der wachsen soll, um Kohlendioxid zu binden und der Erderwärmung entgegenzuwirken, auch kein einfacher Wald, sondern ein „Nibelungenwald“. Und am Rand eines Wanderwegs durch das Gebiet wird ein Findling plaziert, in dem das legendäre Schwert Nothung steckt, das nur Siegfried herausziehen kann. Schager, der auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, verweist darauf, dass sich Wagner in vielen seiner Kompositionen ausgiebig mit der Natur beschäftige. „Wir haben der Natur alles zu verdanken. Wir dürfen die Erde nicht ausbeuten, sondern müssen Verantwortung für sie übernehmen“, appellierte der Sänger.

          Betrachte man die Zerstörung des Regenwalds im Amazonas-Gebiet und in Asien, dann sei das Opera-meets-nature-Projekt natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Böse Zungen könnten es als prestigeträchtige Symbolik abstempeln. „Aber wir legen die Hände nicht einfach in den Schoß und zeigen mit dem Finger auf andere, die tätig werden müssten, sondern tun etwas“, sagt er. „Und jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.“ Weitere Nibelungenwälder sollen folgen. 2021 ist eine Aktion bei der Bundesgartenschau in Erfurt geplant.

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