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Oper und Theater : Wie Frankfurt für seine Bühnen plant

Traumgebilde: Die SPD-Kulturdezernentin will die Oper in der Innenstadt bauen. Bild: von Gerkan, Marg und Partner

Trotz Corona leistet sich Frankfurt neue Spielstätten für Oper und Theater. Damit die Stadtverordneten endlich entscheiden können, wo sie gebaut werden, soll der Magistrat letzte Fragen klären.

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          An computergenerierten Phantasiebildern für neue Theater- und Opernhäuser herrscht in Frankfurt kein Mangel. Die Anhänger der unterschiedlichen Varianten und Standorte, über die noch diskutiert wird, haben Architekturbüros beauftragt, Testentwürfe anzufertigen, um ihre Favoriten ins beste Licht zu setzen. Aber es fehlt eine Entscheidung. Um dafür die Grundlage zu bereiten, soll der Magistrat nun noch einmal die Vor- und Nachteile der Varianten untersuchen und sie auf ihre Realisierbarkeit hin überprüfen.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          In einem Magistratsvortrag, der an diesem Montag beschlossen wurde, ist von drei Varianten die Rede: einem Neubau einer Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz, dem Neubau beider Spielstätten mit Werkstätten, Probebühnen und Lagerflächen an einem anderen Ort und dem Neubau getrennter Gebäude für Oper und Schauspiel. Bei der letzten Variante soll eines der Gebäude am Willy-Brandt-Platz entstehen und das andere auf einem gut erschlossenen Grundstück in Frankfurt.

          SPD-Kulturdezernentin gegen CDU-Fraktion

          Der Magistrat hat den vertiefenden Untersuchungen zugestimmt. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis zu Beginn der Sommerpause und ebnet den Weg für die Entscheidung, wo Oper und Schauspiel gebaut werden sollen“, sagt Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). „Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Theaterdoppelanlage abgängig ist. Umso wichtiger ist mir, dass wir die Planungen konsequent fortsetzen können. Bereits im Januar wurde mit dem Beschluss der Stadtverordneten für einen Neubau der Städtischen Bühnen ein Meilenstein gesetzt.“

          Entwurfsidee für die Innenstadt: Das Grundstück gehört der Frankfurter Sparkasse und liegt zwischen der Neuen Mainzer Straße und der Wallanlage. Bilderstrecke
          Neubaupläne : Die verschiedenen Varianten im Modell

          Hartwig spricht von fünf Standortvarianten: Die sogenannte Spiegel-Variante sieht das Schauspiel auf dem heutigen Platz der Doppelanlage vor, die Oper entstünde gegenüber in den Wallanlagen. Die zweite Variante verfolgt den von Hartwig favorisierten Gedanken einer „Kulturmeile“: An der Neuen Mainzer Straße entstünde auf dem Areal der Frankfurter Sparkasse ein Opern-Neubau, das Schauspiel erhielte am Willy-Brandt-Platz ein neues Gebäude. „Die Variante mit einer Oper am Rande der Wallanlage und einem neuen Schauspiel auf dem Willy-Brandt-Platz ist besonders reizvoll für Frankfurt, weil damit die einmalige Chance entstünde, die Wallanlagen zu einer Kulturmeile auszubauen“, meint Hartwig.

          Das Zusammenspiel von Kulturbauten, Grünanlagen und Hochhäusern besitze ihrer Meinung nach ein großes Potential für die zukünftige Entwicklung der Innenstadt. Bei der dritten Variante entstünde das Schauspiel am Opernplatz, während die Oper am Willy-Brandt-Platz verbliebe. Variante vier sieht einen Neubau der Doppelanlage auf dem Willy-Brandt-Platz vor. Bei der fünften Variante entstünde ein Neubau der Doppelanlage auf dem Raab-Karcher-Areal am Hafen, wie es die CDU-Fraktion für sinnvoll hält.

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