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Opel-Werk in Rüsselsheim : Rüsselsheimer Warteschleifen

Die Insignia-Fertigung 2017 im Opel-Werk in Rüsselsheim Bild: Opel

Wie hoch wird der hessische Anteil an der Astra-Produktion sein? Je früher Opel diese Frage beantwortet, desto schneller endet die Warteschleife im Werk Rüsselsheim.

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          Wird Opel ein Rekordjahr melden können? Wer eine Antwort auf diese Frage erwartet, muss sich noch ein wenig gedulden. Erst am 26. Februar will die Muttergesellschaft PSA die Bilanz für 2019 vorlegen und auch den Erfolg der Tochterfirma Opel erläutern. Die bisherigen Aussagen aus dem Rüsselsheimer Unternehmen lassen auf gute Zahlen hoffen. Und das ist wichtig, denn auf Dauer ist nur eine profitable Firma auch ein guter Arbeitgeber. Dass Opel selbst fast zwei Jahrzehnte mit tiefroten Bilanzen eine Ausnahme von dieser Regel war, ist im Rückspiegel betrachtet gewiss ein Phänomen, aber kein Zukunftsmodell.

          Dies darf schon wegen des kurzen Geduldsfadens von PSA-Chef Carlos Tavares als gesichert gelten. Indem die Marke mit dem Blitz sieben Jahre früher als geplant die Gewinnspanne von sechs Prozent erreicht hat, strahlt sie ungeahnt hell. Doch Ruhe wird in Rüsselsheim und den anderen Standorten vorerst nicht einkehren. Zu viel ist im Fluss und im Umbruch. Opel muss vollmundigen Aussagen, global und elektrisch zu werden, nun weitere Taten folgen lassen.

          Neue Version des Insignia

          Schon im Januar gibt es Premieren in diesem Sinne. Der Autobauer wird im Werk Eisenach die Hybrid-Version des SUV Grandland vorstellen, die zusätzlich zum herkömmlichen Motor mit einer Batterie für den Antrieb ausgestattet ist. In Spanien steht der Start der Fertigung für den neuen E-Corsa an. Dieses Auto ist aufgrund der hohen Zahl der Verkäufe der Vorgängermodelle ungleich wichtiger als der sportliche Geländewagen aus Thüringen. Erweist sich der E-Corsa tatsächlich als „Volks-Elektroauto“, als das Opel-Chef Michael Lohscheller das Modell apostrophiert hat, wäre das in fast jeder Hinsicht ein Erfolg. Nur „fast“, denn E-Autos gelten bisher als nicht so profitabel wie Benziner und Diesel.

          Die Präsentation des überarbeiteten Mittelklassemodells Insignia im Brüsseler Autosalon ist für das Image der Marke und vor allem für das Stammwerk wichtig. Baut Rüsselsheim doch derzeit nur dieses Modell. Erst in etwa einem Jahr wird sich der Astra dazugesellen, also das neben dem Corsa zweite Volumenmodell. Wie hoch aber wird der hessische Anteil an der Astra-Produktion sein? Je früher Opel diese Frage beantwortet, desto besser für die Atmosphäre im Werk Rüsselsheim.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

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