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Opel nach der Übernahme : 19 Standorte und strikte Sparvorgaben

Bild: F.A.Z.

19 Werke zählt der französische PSA-Konzern, wenn die Opel-Standorte erst einmal integriert sind. Befürchtungen, es könnten im Laufe der Zeit weniger werden, sind nicht völlig aus der Luft gegriffen.

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          19 Werke zählt der französische PSA-Konzern, wenn die Opel-Standorte erst einmal integriert sind. Einzig das Entwicklungszentrum in Turin wird weiter von General Motors betrieben. Dass die Werke alle erhalten bleiben, wollte PSA-Konzernchef Carlos Tavares gestern nicht versprechen, als er zusammen mit GM-Konzernchefin Mary Barra in Paris den Verkauf von Opel an die französischen Autobauer bekanntgab.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Da er vor allem auf Synergien setzt, beispielsweise indem Schritt für Schritt immer mehr Opel auf PSA-Plattformen gebaut werden, und er zudem Einsparungen in Höhe von 1,7 Milliarden im Jahr erwartet, sind Befürchtungen, dass dies am Ende auch Jobs oder ganze Standorte bei Opel betreffen könnte, nicht völlig aus der Luft gegriffen. Insofern lassen sich die Folgen des Opel-Verkaufs vielleicht nicht auf die einzelne Stelle genau beziffern. Aber selbst jemandem, der sich nie mit Autoproduktion befasst hat, dürfte sich erschließen, dass ein Risiko auf Abbau dort entsteht, wo durch den Zukauf von Opel Doppelstrukturen entstehen.

          Und die Sparvorgaben des PSA-Vorstandschefs sind eindeutig. Andererseits sind auch Tavares’ Einlassungen plausibel, wonach PSA auf dem Weg zu mehr Wachstum mit Peugeot, Citroen und Opel nun erstmals auch jene Autokäufer als Kunden gewinnen kann, die der Konzern bislang nicht erreicht hat, weil die nun einmal keine französische Autos kauften. In allen 28 Staaten der EU kommt der PSA-Konzern mit den Marken Peugeot, Citroen, DS und Opel/Vauxhall auf fast 2,45 Millionen verkaufte Autos.

          Im Unterschied zum Volkswagenkonzern hat allerdings der PSA-Konzern auch mit dem Zukauf der Rüsselsheimer keine Modelle der Oberklasse im Angebot, die sehr viel margenstärker sind als die knapp kalkulierte Kompaktklasse. Bei Opel war der Senator der letzte Versuch, in dieses Segment vorzustoßen, bei PSA der Citroen C6, dem man einst die Nachfolge der „Göttin“, des DS, zugetraut hat. VW beackert diesen lukrativen Markt mit den Luxusmodellen von Audi und Porsche.

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