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„Bei E-Autos voll lieferfähig“ : Opel bringt Autos mit Brennstoffzellen auf die Straße

Kapitän: Opel-Chef Michael Lohscheller muss den Autobauer fit für die Zukunft machen Bild: Lucas Bäuml

Um Klimavorgaben der Politik einzuhalten, setzt Opel auch auf Brennstoffzellen-Autos. Firmenchef Lohscheller kündigt für 2021 erste Tests an. Bei E-Autos ist Opel nach seinen Worten voll lieferfähig, anders als zwei Konkurrenten.

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          Der Rüsselsheimer Autobauer Opel hat in den vergangenen Monaten hierzulande merklich Marktanteile verloren. Profitabilität geht vor Stückzahl, so lautet eine Begründung. Außerdem führt Firmenchef Michael Lohscheller die Klimavorgaben der Politik an. Sie einzuhalten sei letztlich wichtiger als Autoverkäufe. Allerdings wolle die deutsche Tochtergesellschaft der Peugeot-Mutter PSA mit neuen Modellen wieder profitabel wachsen. „Wir wollen Marktanteile und Volumen steigern, ganz klar“, hob der Vorsitzende der Geschäftsleitung im F.A.Z.-Gespräch hervor. Und zwar ohne Abstriche an der Profitabilität und CO2-Bilanz. So setze Opel auch und gerade auf reine Elektroautos und Hybridmodelle. Zudem seien die neuen Dieselmodelle gefragt.

          Carsten Knop
          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für die Zukunft solle auch die Brennstoffzelle als Antrieb eine Rolle spielen. Im Gespräch mit der F.A.Z. kündigte Lohscheller für das nächste Jahr erste Tests auf der Straße dazu an. Demnach will die Marke mit dem Blitz eine Anzahl von kleinen Familien-Vans des Typs Zafira mit Brennstoffzellen ausstatten. Opel forscht in einem seiner sogenannten Kompetenzzentren am Stammsitz auch zu dieser Antriebsart, bei der Wasserstoff eingesetzt wird. Brennstoffzellen sind allerdings wegen des Einsatzes von Edelmetallen bisher sehr teuer, was Lohscheller unumwunden sagt.

          Mokka als „Marken-Lokomotive“

          Der neue Corsa sei noch in seinem ersten Jahr. Im August und September sei er die Nummer eins im Kleinwagen-Segment in Deutschland gewesen und im September der meistverkaufte Wagen in Großbritannien. Und: „Da ist das Potential noch längst nicht ausgeschöpft“, sagte Lohscheller. Für das nächste Jahr kündigt Lohscheller aus den runderneuerten kleinen SUV Mokka an. Der Chef erachtet den Wagen als sehr wichtig. Opel werde das Auto in einer neuen Designsprache präsentieren. Geht es nach Lohscheller, wird der Mokka zur „Marken-Lokomotive“.

          Der neue Astra, der auch in elektrifizierter Version in Rüsselsheim gefertigt werden soll, werde ebenfalls helfen. Der Kompaktwagen ist neben dem Corsa das am meisten verkaufte Modell der Marke. Beide machen traditionell ein Viertel der Verkäufe aus. Im nächsten Jahr werde Opel neun Modelle mit reinem Batterie- oder Hybridantrieb anbieten, darunter auch leichte Nutzfahrzeuge. „Unsere leichten Nutzfahrzeuge – Combo, Vivaro und Movano – kommen hervorragend an. Hier gewinnen wir auch Marktanteile“, sagte er.

          Anders als die Konkurrenten BMW und Ford habe Opel keine technischen Schwierigkeiten bei Batterie-Modellen. „Wir sind absolut lieferfähig“, hob Lohscheller hervor. Der Autobauer sehe besonders einen starken Auftragseingang bei den elektrifizierten Modellen. Opel steigere das Volumen von Monat zu Monat. In großen Märkten mache die E-Version beim Corsa rund 30 Prozent aus. BMW hatte im Sommer Tausende Hybrid-Fahrzeuge wegen Kurzschlussgefahr zurückgerufen. Für den Ford Kuga als Hybridmodell gibt es einen Sicherheitsrückruf. Grund: Brandgefahr wegen Batterieproblemen.

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