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Opel : Bis Jahresende Kurzarbeit in Produktion und Verwaltung

  • -Aktualisiert am

Wohin geht es für Opel? Bild: dpa

Im Stammwerk des Automobilherstellers Opel wird es bis zum Jahresende an 20Tagen Kurzarbeit geben.

          Im Stammwerk des Automobilherstellers Opel wird es bis zum Jahresende an 20Tagen Kurzarbeit geben. Dies sei mit dem Betriebsrat des Konzerns vereinbart worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Nach seinen Angaben trifft die Kurzarbeit rund die Hälfte der 13.800 Beschäftigten am Stammsitz; außer für die 3500 Arbeiter in der Fertigung gilt die Regelung auch für die Beschäftigten in der Konzernverwaltung. Für die rund 2500 Mitarbeiter im Motoren- und Getriebewerk in Kaiserslautern wird ebenfalls Kurzarbeit angemeldet. Opel-Personalvorstand Holger Kimmes begründete die Entscheidung gestern mit dem „drastischen Einbruch“ des Automobilmarkts in Europa.

          Hanns Mattes

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Schritt in die Kurzarbeit bei Opel hatte sich schon in den vergangenen Wochen abgezeichnet. Wie die anderen Massenhersteller, die mit ihren Produkten vor allem auf den europäischen Markt zielen, leidet der hessische Automobilbauer unter der Absatzkrise vor allem in den südeuropäischen Staaten. So hatte schon Ford Kurzarbeit angemeldet, um die Überproduktion zu drosseln. Entsprechend äußerte sich gestern auch Kimmes: „Die sinkende Auslastung kann nicht mehr durch den Einsatz von Korridorschichten und Gleitzeitguthaben kompensiert werden“, wird der Personalchef in der Mitteilung des Unternehmens zitiert.

          Fahrzeuge weltweit verkaufen

          Nach Darstellung von Wolfgang Schäfer-Klug, dem Vorsitzenden des Opel-Gesamtbetriebsrats, halten sich die finanziellen Belastungen für die Mitarbeiter in Grenzen, sprich bei maximal sechs Prozent, da außer dem eigentlichen Kurzarbeitergeld eine „betriebliche Zuschussregelung“ vereinbart worden sei. Zudem sichere die Vereinbarung die Arbeitsplätze bei Opel. In Anspruch genommen wird die Kurzarbeit in der Produktion von September an, in der Verwaltung beginnt sie im Oktober. Nicht betroffen sind die rund 7000 Beschäftigten im Entwicklungszentrum des Konzerns.

          Schäfer-Klugs Vorgänger als Betriebsrat, Klaus Franz, hat am Donnerstag die schon seit Jahren erhobene Forderung bekräftigt, der Mutterkonzern General Motors (GM) müsse Opel-Fahrzeuge weltweit verkaufen. Denn nach wie vor ist der deutsche Hersteller auf das derzeit schrumpfende europäische Geschäft konzentriert und im globalen Verbund nicht auf allen Märkten vertreten. Besserung verspricht sich das Unternehmen von einer Zusammenarbeit mit dem französischen PSA-Konzern, zu dem die Marken Peugeot und Citroën gehören. So könnten auch dessen Modelle in dem als modern geltenden Werk in Rüsselsheim gefertigt werden.

          Opel, das in diesem Jahr die Gründung des Unternehmens vor 150Jahren feiert, gerät seit Jahren immer wieder in die Krise. Nach einer kurzen Erholung im vergangenen Jahr, als Sonderschichten geleistet und Marktanteile zurückgewonnen wurden, liefen im ersten Halbjahr wieder hohe Verluste im europäischen Geschäft auf, die Rede ist von rund 500Millionen Euro. Zudem brach der Absatz für Opel um rund 15Prozent ein. Darauf hatte der Mutterkonzern unter anderem mit einem Personalwechsel reagiert und Karl-Friedrich Stracke durch Thomas Sedran als Vorstandsvorsitzenden ersetzt.

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