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Mögliche Übernahme : Opel-Betriebsräte sehen Mitbestimmungsrechte verletzt

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Nicht amüsiert über Verkaufsgespräche: Opel-Gesamtbetriebsratschef Wolfgang Schäfer-Klug Bild: Röth, Frank

Die Übernahmegespräche zwischen GM und Peugeot über Opel haben auch die Arbeitnehmervertreter in Rüsselsheim überrascht. Sie zeigen sich erbost. Malu Dreyer blickt derweil nach Kaiserslautern.

          Die Opel-Betriebsräte sehen sich bei den Verkaufsgesprächen mit dem französischen PSA-Konzern übergangen. Es wäre eine beispiellose Verletzung sämtlicher deutscher wie europäischer Mitbestimmungsrechte, sollten sich die Meldungen über Gespräche zwischen PSA und dem Opel-Mutterkonzern General Motors bestätigen, erklärte am Dienstag der für die deutschen Opel-Werke zuständige IG-Metall-Bezirk Mitte in Frankfurt.

          Gleichzeitig erklärte die Gewerkschaft aber ihre Bereitschaft zur vorbehaltlosen Prüfung der Vorschläge. Die Interessen der Beschäftigten würden dann vom Gesamtbetriebsrat und der IG Metall in Zusammenarbeit mit ihren europäischen Partnern vertreten.

          Dreyer blickt nach Kaiserslautern

          Sehr überrascht von den Verkaufsgesprächen zeigt sich auch die FDP im hessischen Landtag: Opel habe nach vielen Anstrengungen und erheblichen Investitionen wieder Marktanteile gewonnen und deutlich Boden gut gemacht, merkt der Abgeordnete Jürgen Lenders für die Liberalen an. „Auch das Land Hessen hat seinen Beitrag geleistet, damit der hessische Autobauer durch die turbulenten Zeiten der Wirtschaftskrise 2008/2009 kommen konnte. Ich erinnere an die knapp 500 Millionen Euro schweren Landesbürgschaften, um Überbrückungskredite nach der Insolvenz von General Motors und einen möglichen Verkauf an Magna abzusichern.“

          Mit kritischem Unterton äußerte sich Hessen-SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel: „Es ist ja kein Geheimnis, dass das Verständnis von General Motors für den europäischen – und insbesondere den deutschen – Automobilmarkt begrenzt ist.“ Insofern könnte ein Zusammenschluss von Opel mit Peugeot die Chance bieten, einen neuen Hersteller zu formen, der sich erfolgreich auf seine Stärken fokussiert, meint er. Schäfer-Gümbel erwartet, dass die „Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geachtet werden“

          Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hofft, dass eine mögliche Übernahme von Opel durch PSA Peugeot Citroën keine negativen Folgen für den Standort hat. „Für mich als Ministerpräsidentin ist maßgeblich und wichtig, ob am Ende die Marke Opel erhalten bleibt, der Standort erhalten bleibt und die Beschäftigten erhalten bleiben“, sagte Dreyer am Dienstag auch mit Blick auf das Opel-Werk in Kaiserslautern. Vielleicht könne es auch neue Optionen für das Werk Kaiserslautern geben. Der französische Autohersteller PSA erwägt nach eigenen Angaben eine Übernahme der General-Motors-Tochter. In Kaiserslautern werden Komponenten produziert.

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