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Die Stoffmaske hat ausgedient : Abschied vom „Schnuudlabbe“

Kein Einheitsbrei: Die Motive der Stoffmasken sind, im Gegensatz zu denen der medizinischen Masken, äußert abwechlungsreich. Bild: Getty

Schon klar: Epidemiologisch spricht alles für OP und FFP2. Aber irgendjemand muss der Tristesse Einhalt gebieten. Denn bunter und schöner wird die Welt durch die medizinischen Masken nicht.

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          Da haben sie alle zusammengesessen. Und es hat mal wieder gedauert. Die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten waren dabei, außerdem eine Expertenrunde mit den allerbesten Virologen, Epidemiologen, Immunologen, Psychologen und Verkehrsologen der Republik. Und? Fällt Ihnen was auf? Wissen Sie, wer bei diesem beeindruckenden Corona-Ologen-Gipfel gefehlt hat? Genau: Ein Vertreter der Modebranche. Oder der Hauptgeschäftsführer der Maßschneider-Innung Rhein-Main oder wenigstens die Erste Vorsitzende vom Do-it-yourself-Arbeitskreis „Flinke Schere Schwanheim“.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wir sehen ja, wozu das geführt hat. Unter hygienologischen Gesichtspunkten mag einiges dafür sprechen, dass wir in Bussen, Bahnen und Supermärkten, am besten auch am Arbeitsplatz, künftig einen Mund-Nasen-Schutz, also einen MNS tragen, der mit Zusatzkürzeln wie FFP2, KN95 oder OP gekennzeichnet ist. Aber bunter und schöner wird die Welt nicht, wenn bald alle wie Professor Brinkmann und Oberschwester Hildegard durch die Welt laufen. Der blassblau-weißen Vliesstofflangeweile entspricht die sprachliche Tristesse: „Liebling, wenn du heute den ÖPNV nimmst, denk an Covid-19 und vergiss nicht den MNS mit KN95.“ Deprimierender kann ein Tag nicht anfangen.

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