https://www.faz.net/-gzg-9hag6

Offenes W-Lan in Schulen : Lehrergewerkschaft warnt vor Gefahren

Digitalisiertes Lernen: Frankfurter Schulen sollen mit kabellosem Internet ausgestattet werden. Die Lehrergewerkschaft hat Bedenken (Symbolbild). Bild: dpa

Die Lehrergewerkschaft warnt vor den Gefahren offener W-Lan-Zugänge in Frankfurter Schulen. Über ein Netz ohne Zugangsbeschränkung könnten auch Schulfremde auf die Geräte von Schülern und Lehrern zugreifen.

          Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist gegen den Kompromiss, den die Römer-Koalition für die Ausstattung der Schulen mit kabellosem Internet geschlossen hat. Die Lehrergewerkschaft warnt vor den Gefahren, die sich durch offene W-Lan-Zugänge ergäben. Außerdem spricht sich die GEW gegen die Möglichkeit aus, dass sich Schulen von privaten Anbietern mit W-Lan versorgen lassen. CDU, Grüne und SPD hatten vor einer Woche einen monatelangen Streit beigelegt, in dem Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) auf einer restriktiven W-Lan-Struktur für 14 Pilotschulen beharrt hatte, die CDU dagegen forderte, auch kabellose Netzwerke zuzulassen und somit mehr Schulen zu versorgen. Der Kompromiss sieht vor, Pilotschulen auf deren Wunsch hin auch mit offenen Internetzugängen auszustatten und außerdem 15 weiteren Schulen eine Versorgung durch private Firmen zu erlauben.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Laut GEW sind die von der CDU durchgesetzten Änderungen problematisch. Während der W-Lan-Zugang in Webers Pilotschul-Modell über feste Nutzernamen geregelt ist, könne sich bei der offenen Variante „jeder einloggen und alle Inhalte, die das Internet so bietet, aufrufen“. Das Netz sei somit nicht nur offen, sondern ungeschützt. „Dies halten wir an einem Ort, an dem Schüler ab der fünften Klasse sind, für vollkommen inakzeptabel.“ Unter anderem sei ungeklärt, was geschehe, wenn illegale Inhalte geladen würden, und wer die sachgemäße Nutzung kontrolliere. Außerdem könnten über ein Netz ohne Zugangsbeschränkung auch Schulfremde auf Geräte von Schülern und Lehrern zugreifen.

          Rechtliche und technische Bedenken

          Gegen die Option, W-Lan durch private Anbieter installieren zu lassen, führt die GEW rechtliche und technische Bedenken an. Es sei unklar, wie die Bedingungen und wer die Vertragspartner seien, welche Daten wo gespeichert würden und wer die Einhaltung dieser Standards durch „gewinnorientiert arbeitende Unternehmen“ sicherstelle. Schulen seien Orte, an denen Kinder geschützt lernen sollten. Dafür müsse es kontrollierte Internet-Zugänge geben, aber „keine Experimente mit Sparmodellen und Privatisierungsideen“.

          Weitere Themen

          Kontrollierte Verzückung

          Klarinettenvirtuose : Kontrollierte Verzückung

          Ein stiller Weltstar zu Gast in Frankfurt: Klarinettist Rolf Kühn ist bei Jazz im Palmengarten Musiker und Zeitzeuge zugleich. Er ist einer der wenigen deutschen Musiker, die auch in Amerika erfolgreich waren und trotzdem zurückkehrten.

          Topmeldungen

          Sowohl Trump als auch Johnson winken mit ihrem zerstörerischen Potential. Nur schätzen sie ihre Position falsch ein.

          Schwäche der EU? : Boris Trump

          Sowohl Trump als auch Johnson verschätzen sich: Man kann aus den Wechselbeziehungen der globalisierten Welt nicht in Trotzecken fliehen und dabei nachhaltige Gewinne machen. Europa ist da in einer stärkeren Position.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.