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Offenbacher Landrat : „Es muss alles so reibungslos weiterlaufen wie bisher“

Setzt darauf, dass die Wirtschaft auch 2019 gut läuft: Oliver Quilling Bild: Rainer Wohlfahrt

In einem Jahr endet die öffentlich-private Schulpartnerschaft im Kreis Offenbach. Landrat Oliver Quilling warnt davor, künftig wieder an den notwendigen Investitionen zu sparen.

          Die waren selbst einst Schüler im Kreis Offenbach. Welche Erinnerungen haben Sie an die damaligen Schulgebäude?

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Offenbach.

          Ich hatte zweimal Glück. Bei meiner Einschulung 1971 waren gerade einige Schulen wegen der geburtenstarken Jahrgänge neu entstanden. Für mich als Erstklässler bedeutete dies: Neubau, Erstbezug. Danach wurden wir auch mit einem neuen Gymnasium beglückt. Aber das war die Ausnahme. Als Kreistagsabgeordneter konnte ich später feststellen, dass die Gebäude bei uns im Kreis in einem maroden Zustand waren. Da konnte man mit dem Bleistift durch Fensterrahmen bohren. Das änderte sich erst mit dem Beginn der öffentlich-privaten Partnerschaft an den Schulen Ende 2004 und Anfang 2005.

          Die endet in einem Jahr. Ende September 2019 laufen die Verträge mit der Firma SKE für den Westteil, Ende Dezember 2019 mit der Firma Hochtief für den Ostteil des Kreises Offenbach aus. Sind Sie froh, dass das Projekt in einem Jahr beendet ist?

          Ja und nein. Nein deshalb, weil das für den Kreis schon ein Rundum-sorglos-Paket war. SKE und Hochtief haben in diesen 15 Jahren hochwertige Arbeit geleistet. Dies gilt auch für die Schulunterhaltung, das sogenannte Facility Management. Ich glaube, das kann niemand bezweifeln, und das zeigen ja auch die Reaktionen von Schulleitungen, Lehrern und Eltern. Mit dem Service war man rundherum zufrieden. Und ja deshalb, weil wir uns nach 15 Jahren neu aufstellen können.

          Am Anfang gab es erhebliche Vorbehalte.

          Man kannte diese Form, Schulen durch Drittfirmen bewirtschaften zu lassen, eben noch nicht, denn das hatte der Kreis bis dahin immer selbst gemacht. Da bestanden bei dem einen oder anderen schon Vorbehalte, dass die beiden Firmen zuerst daran interessiert seien, ihren Gewinn zu maximieren, und dass die Schulen nicht optimal bewirtschaftet würden. Jetzt fürchtet man eher, dass die Serviceleistungen künftig nicht mehr in der bisherigen Qualität erbracht werden.

          Wie ist der Kreis Offenbach auf das bevorstehende Ende des Projekts vorbereitet?

          Wir bereiten uns darauf schon seit zwei Jahren vor. An der Projektgesellschaft für den Westteil ist SKE, an der für den Ostteil Hochtief mit jeweils rund 95 Prozent beteiligt. Der Kreis hält etwa fünf Prozent. Nach Ablauf der 15 Jahre wird der Kreis alleiniger Gesellschafter. Der Kreistag hat beschlossen, zunächst für zwei Jahre mit beiden Gesellschaften weiterzuarbeiten. In dieser Zeit sollen Erfahrungen gesammelt werden, ob es strategisch günstiger ist, es bei den beiden Gesellschaften zu belassen oder die gesamte bauliche Verwaltung der Schulen in die Kreisverwaltung zurückzuholen.

          Bei dem Kreistagsbeschluss lag die Betonung auf dem Wort „zunächst“. Wie sehen Sie das?

          Ich wage die Prognose, dass es für den Kreis Offenbach im operativen Geschäft sinnvoller ist, wenn wir beide Gesellschaften weiterführen. Schon Mitte 2018 wurden zwei Mitarbeiter des Kreises, die für die Liegenschaften zuständig sind, als Geschäftsführer dorthin entsandt, um sich in das Tagesgeschäft einzuarbeiten. Seit zwei Jahren sind Fachleute an den Schulen unterwegs, um etwaige bauliche Mängel festzustellen, die von SKE und Hochtief noch zu beseitigen sind.

          Warum wäre es sinnvoller, die beiden Projektgesellschaften weiterzuführen?

          Wir wollen die dort angestellten rund 160 Mitarbeiter halten. Dies betrifft das Hausmeisterteam, aber auch die Mitarbeiter im Backoffice, die alles organisieren, und besonders qualifizierte Techniker. Wenn der Kreis die Gesellschaften übernimmt, laufen Arbeitsverträge, aber auch Subunternehmer- und Energielieferungsverträge weiter. Müsste dies auf den Kreis zurückübertragen werden, bedeutete dies einen großen Verwaltungsaufwand. Auch könnte eine gewisse Rechtsunsicherheit entstehen, weil Verträge neu abgeschlossen werden müssten.

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