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Offenbacher Kickers : Schmitts Herkulesaufgabe: „Der Etat ist ganz schmal“

Ernste Miene zum ernsten Spiel: Rico Schmitt, Fußballfachmann beim OFC Bild: dpa

Rico Schmitt soll den OFC wieder voran bringen. Doch Geld und Zeit - daran fehlt es Schmitt im Augenblick am meisten. Es deutet sich an, dass die Kickers nur über einen Etat verfügen können, den er als „ganz, ganz schmal“ bezeichnet.

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          Bitte nicht falsch verstehen! Am Sonntag klang Rico Schmitt am Telefon so, als würde den neuen, alten Trainer der Offenbacher Kickers etwas bedrücken. Empfindet er die Aufgabe, den Zwangsabsteiger aus der dritten Profiliga für die Regionalliga Südwest flottzumachen, vielleicht als zu schwierig? Schließlich legt der vorläufige Insolvenzverwalter Andreas Kleinschmidt beim zahlungsunfähigen Klub das Budget für die neue Mannschaft fest. Aber Schmitt möchte momentan nur keine „großen Statements“ abgeben. Zurückhaltung statt Angriffslaune - er weiß, dass auf ihn eine Herkulesaufgabe mit ungewissem Ausgang wartet. „Der eine oder andere unkt womöglich, dass wir es nicht hinbekommen“, sagt der Vierundvierzigjährige. Auch darin liegt für ihn der Reiz, es doch zu schaffen.

          Jörg Daniels
          Redakteur in der Sportredaktion

          Geld und Zeit - daran fehlt es Schmitt im Augenblick am meisten. Es deutet sich an, dass die Kickers lediglich über einen Etat verfügen können, den er als „ganz, ganz schmal“ bezeichnet. „Wir können nicht mit Geld werben. Es ist ein schmaler Taler.“ Der gebürtige Chemnitzer, der jetzt auch Manageraufgaben übernehmen muss, versucht stattdessen in den Gesprächen mit möglichen Neuzugängen deren Emotionen zu wecken. Die begeisterungsfähigen Fans und das neue Stadion auf dem Bieberer Berg, das sind die Dinge, mit denen er wuchert. „Der Name Offenbach steht für etwas Besonderes.“ Nur reicht das nach der Negativentwicklung der vergangenen Wochen, die Schmitt in die Rubrik „absoluter Tiefschlag“ einordnet?

          Früherer Ersatzkeeper rückt auf

          Mit Sascha Korb, Marcel Mosch und Stefano Maier haben lediglich drei Nachwuchsspieler aus dem Drittliga-Kader einen Vertrag für die neue Runde. Als Torhüter soll der frühere Ersatztorwart Daniel Endres gehalten werden. Der Neuaufbau könnte größer kaum sein. Frühestens Mitte dieser Woche, das ist der Plan, soll es mit dem Training losgehen. Wobei Sichtungstraining der zutreffendere Begriff ist, weil die Kickers viele Testspieler erwarten. 2008, nach dem Abstieg aus der zweiten Liga, gab es sogar ein Casting-Spiel auf dem Bieberer Berg. Trainer Hans-Jürgen Boysen entdeckte damals zum Beispiel Marc Heitmeier, der jetzt für den FSV Frankfurt in der zweiten Liga spielt.

          Wormatia Worms und Eintracht Trier sind für Schmitt zwei neue Ligarivalen, die nach Höherem streben und dementsprechend personell aufrüsten. „Es ist ein starker Wettbewerb“, sagt er. Einer, in dem der Trainer noch nicht sagen kann, wo der Platz des OFC sein wird. Angaben über seine Spielphilosophie bleibt er ebenfalls schuldig. Rund fünf Wochen vor dem Ligastart stehen die Kickers sportlich fast bei null, während die Konkurrenz schon begonnen hat, sich einzuspielen. Auch seinen Zweijahresvertrag hat Schmitt noch nicht unterschrieben; das will er in dieser Woche machen. An diesem Montag soll die Aufgabenteilung besprochen werden, zum Beispiel, wer die finanziellen Verhandlungen mit den Spielern führt. Außerdem muss das Insolvenzverfahren bis Ende Juni eröffnet worden sein, damit der OFC nicht der erste Regionalliga-Absteiger wäre.

          Bender will Dinge fair abwickeln

          Manfred Bender, der als Geschäftsführer Sport noch einen Vertrag besitzt, hat seinen Schlüssel am zurückliegenden Freitag auf der Geschäftsstelle abgegeben. „Von mir werden die Dinge fair abgewickelt“, sagte er am Sonntag. Der ehemalige Bayern-Profi wäre gerne OFC-Trainer geworden. Von ihm vermittelt, lag den Kickers schriftlich das Angebot spanischer Investoren vor, mehrere Talente aus Spanien und Deutschland zu finanzieren. Das Modell wird Bender nun dem Ligarivalen Hessen Kassel vorstellen. Aus Partnern könnten also Gegner werden. Bender und Schmitt hatten sich zum Schluss ohnehin nicht mehr verstanden.

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