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Insolventer Seifenhersteller : Kappus-Stammsitz droht das Aus

Insolvenz nach über 170 Jahren im Geschäft: Seifenhersteller Kappus Bild: Rainer Wohlfahrt

Dem Stammsitz des größten deutschen Festseifenherstellers Kappus in Offenbach droht das Aus. Laut Insolvenzverwalter ist die Fabrik nicht ausgelastet und erwirtschaftet Verluste. Für drei anderen Standorte sieht es besser aus.

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          Die Zukunft des Stammsitzes des Offenbacher Seifenherstellers Kappus steht auf des Messers Schneide. Die 72 Beschäftigten müssen mit einer Schließung rechnen. Dies teilte Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko heute in einer Mitarbeiterversammlung mit; auch die bisherige Eigentümerfamilie und den Betriebsrat informierte er entsprechend. „Leider ist die Lage am Standort Offenbach sehr ernst“, so Danko.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Gläubiger müssten nächste Woche über den Standort befinden. Die drei anderen Standorte von Kappus - Krefeld mit 130 Mitarbeitern, Riesa mit 73 Beschäftigten und Heitersheim bei Freiburg mit 77 Kräften - seien von dem Schließungsszenario nicht betroffen.

          Größter Massenhersteller in Deutschland

          Wie ein Sprecher von Danko zu FAZ.NET sagte; erwirtschaftet die Seifenfabrik fortlaufend Verluste. Der Insolvenzverwalter dürfe einen Betrieb aber nur fortführen, wenn er profitabel sei oder ein baldiges Ende der Verluste in Sicht sei.  Beides sei in Offenbach aber nicht der Fall. Die Fabrik produziere nur im Ein-Schicht-Betrieb und sei dennoch nicht ausgelastet.

          Ein Grund für diese Überkapazitäten ist demnach der rückläufige Markt für Stückseite hierzulande. In den vergangenen Jahren haben Verbraucher vermehrt zu Flüssigseifen gegriffen. Kappus ist allerdings der größte verbliebene Massenhersteller in Deutschland für Festseife. In die Insolvenz war das Unternehmen im vergangenen September gerutscht. Das Unternehmen hatte mit erheblichen Preiserhöhungen bei Rohstoffen zu kämpfen, die Rede ist von bis zu 40 Prozent. Diese Zusatzkosten habe der Familienbetrieb aber nicht an seine Kunden, darunter namhafte Discounter, weitergeben können.

          Danko habe zuletzt den Betrieb in Offenbach nur aufrechterhalten können, weil er bei Abnehmern höhere Preise habe durchsetzen können. Weitere Preisrunden lehnten die Kunden aber ab.

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