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Kommentar : Offenbacher Ausstieg zum falschen Zeitpunkt

Hier soll die Multifunktionsarena hin: Kaiserlei-Gebiet zwischen Frankfurt und Offenbach mit dem weithin bekannten Kreisel Bild: dpa

Die neue Offenbacher Koalition, angeführt von der CDU, distanziert sich deutlich von der gemeinsam mit Frankfurt geplanten Multifunktionsarena. Eine kluge Entscheidung ist das nicht.

          Als wäre das jahrelange Hin und Her, das ewige Auf und Ab um den Bau einer Multifunktionsarena im Grenzgebiet von Frankfurt und Offenbach nicht schon genug, gibt es nun eine weitere Volte: Die neue Offenbacher Koalition, angeführt von der CDU, distanziert sich deutlich von dem gemeinsam geplanten Projekt mit einem Investitionsvolumen von 120 bis 150 Millionen Euro. Geld, das ein Investor zahlen soll, nicht die Kommunen. Frankfurt und Offenbach hatten sich aber darauf geeinigt, entsprechende Grundstücke für den Bau beizusteuern.

          Dieses Geschäft will die neue Stadtregierung in Offenbach rückgängig machen. Das Projekt werde abgelehnt, heißt es so klar wie schlicht im Koalitionsvertrag. Keine kluge Entscheidung. Denn das Verfahren ist weit gediehen. Seit Monaten planen und verhandeln zwei interessierte Investoren. Allein ihre Planungskosten dürften jetzt schon siebenstellig sein. Müssten sie ihre Unterlagen demnächst in den Papierkorb werfen, wird die Stadt Frankfurt deutlich machen, an wen sie die Rechnung für das Ausfallhonorar schicken dürfen: an Offenbach, eine Stadt, die finanziell derart am Boden liegt, dass die Sanierung eines Schwimmbads in Frage steht.

          Unabhängig davon, ob der Optimismus des Frankfurter Sportdezernenten Markus Frank (CDU) berechtigt ist und sich tatsächlich ein Investor finden lässt, der die bis zu 13 000 Zuschauer fassende Halle rentabel betreibt: Falls sich Offenbach nach jahrelanger Planung derart spät aus einem solchen Projekt verabschiedet, riskiert es den Eindruck, als Partner für langfristige Infrastrukturprojekte untragbar zu sein.

          Kurios ist, dass in diesem Fall der Offenbacher CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Freier gegen den Frankfurter CDU-Dezernenten Markus Frank agiert. Dabei drängt sich der Eindruck auf, dass Freier nicht zuletzt ein Prestigeprojekt des Offenbacher SPD-Oberbürgermeisters Horst Schneider torpedieren will. Frank wiederum tut gut daran, nicht als großer Onkel von nebenan aufzutreten, auf den die Offenbacher gefälligst zu hören haben. Nötig sind bald Gespräche - und dann eine rasche verbindliche Entscheidung Offenbachs. Nur so ist das Projekt zu retten.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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