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Antisemitischer Facebook-Post : „Jüdische Firma Allianz“

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Fußballer machte antisemitische Äußerungen auf Facebook: Laut einem Sprecher der Stadt Offenbach könnte das auch für den Sportclub Konsequenzen haben. Bild: dpa

Ein Fußballer des Türkischen Fußballclub in Offenbach könnte für eine antisemitische Äußerung auf Facebook belangt werden. Seinen Job bei einer Versicherung ist er bereits los.

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          Einem Spieler des Fußballvereins Türkischer Sportclub Offenbach drohen rechtliche Konsequenzen für antisemitische Äußerungen auf Facebook. Wie hr-online berichtete, hatte das Vereinsmitglied auf einer Facebook-Seite, die der des Kreisligisten ähnelte, auf Türkisch geschrieben: „Lass das Geld nicht bei der jüdischen Firma Allianz-Versicherung! Lass uns für uns und für unsere Türkei Geld verdienen!“ Dazu veröffentlichte der Spieler eine Werbeanzeige für eine Versicherung, für die er als Auszubildender arbeitete. Die nachgebaute Seite, die mittlerweile gelöscht wurde, hatte er auch auf dem offiziellen Facebook-Auftritt des Fußballvereins verlinkt.

          Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) forderte den Vereinsvorstand dazu auf, zu der Angelegenheit gegenüber der Stadt Stellung zu beziehen. Im Gespräch mit hr-online distanzierte sich ein Vorstandsmitglied bereits am Donnerstag von den antisemitischen Äußerungen. Die Stadt hieß laut einem Sprecher die Stellungnahme gut und geht davon aus, dass sich der Vereinsvorstand schriftlich ähnlich äußern wird. „Sollte das nicht der Fall sein, müsste man überlegen, ob der Verein etwa weiterhin finanzielle Förderung erhält und auf öffentlichen Plätzen spielen darf“, sagte der Sprecher.

          Spieler wird seinen Job verlieren

          Nach Angaben von Torsten Becker, dem Vizepräsidenten des Hessischen Fußballverbandes, hat sich der Vereinsvorstand bislang auch noch nicht gegenüber dem Verband geäußert. Er gehe jedoch davon aus, dass der Verein den Spielerpass des Mannes, wie angekündigt, zurückgeben werde. Dann dürfte er landesweit nicht mehr an Fußballspielen teilnehmen.

          Ein sportrechtliches Verfahren gegen den Mann könne man nicht einleiten, so Becker. Man habe den Vorfall jedoch der Staatsanwaltschaft Offenbach gemeldet mit der Bitte, zu überprüfen, ob von Amts wegen Anzeige erstattet werden könne. Der Spieler wird außerdem seinen Job verlieren: Die Versicherung kündigte an, sich von dem Mitarbeiter zu trennen.

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