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Offenbach „bunt statt braun“ : Hunderte demonstrieren gegen Auftritt von Höcke

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Auf Tuchfühlung: Gegendemonstranten und Polizei am Rande der AfD-Kundgebung auf dem Offenbacher Rathausplatz. Bild: Lucas Bäuml

Der AfD-Politiker Höcke ist bei seinem Auftritt in Offenbach von Hunderten Gegendemonstranten empfangen worden. Sie folgten einem Aufruf eines breiten Bündnisses.

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          Hunderte Menschen haben in Offenbach gegen einen Auftritt des thüringischen AfD-Landeschefs Björn Höcke protestiert. Unter dem Motto „Bunt statt braun“ hatte ein Bündnis von Gewerkschaften, Parteien und anderen Organisationen zu der Demonstration am Donnerstag aufgerufen. Die Kundgebung blieb weitgehend friedlich, es kam aber zu einzelnen Rangeleien mit Polizisten, als Demonstranten versuchten, Absperrungen zu überwinden und zur AfD-Kundgebung vorzudringen. Die Polizei drängte sie zurück. Ein Sprecher berichtete von sechs vorübergehenden Festnahmen.

          Die Polizei schätzte die Zahl der Gegendemonstranten auf 500 und die Zahl der Teilnehmer an der AfD-Kundgebung auf rund 50. Höcke, der als Rechtsaußen seiner Partei gilt, sprach bei einer Veranstaltung der AfD im Kommunalwahlkampf. Er kritisierte die Corona-Politik von Bund und Ländern und forderte ihre sofortige Beendung. Risikogruppen müssten geschützt werden, wie in jeder Grippewelle, aber für darüber hinaus gehende Regelungen gebe es keinen Grund. Höcke ist Gründer des formal inzwischen aufgelösten „Flügels“, den der Verfassungsschutz als „erwiesen rechtsextremistische Bestrebung“ eingestuft hat.

          Gegenstände auf Polizei geworfen

          Die Gegendemonstranten wurden von der AfD-Kundgebung mit Absperrgittern und Polizeiketten ferngehalten, meldeten sich aber lautstark mit Trommeln, Tröten und Sprechchören wie „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ zu Wort. „Kein Fußbreit dem Faschismus“ stand unter anderem auf Plakaten. Auch der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) sprach auf der Gegenkundgebung und erklärte, Höckes Worte seien die eines Faschisten, die ein friedliches Zusammenleben der Menschen gefährdeten.

          Beim Versuch, die Absperrung zu überwinden, seien Gegenstände auf Polizisten geworfen worden, erklärte die Polizei. Sie rief die Teilnehmer auf, dies zu unterlassen und friedlich zu bleiben. Die AfD-Veranstaltung fand in der Nähe des Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus in Offenbach statt, was schon vor der Veranstaltung für Empörung gesorgt hatte. Die Jüdische Gemeinde der Nachbarstadt Frankfurt erklärte, es handele sich um „eine geschmacklose Provokation, die durch die Einladung des rechtsextremen Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke ihren verstörenden Höhepunkt findet“.

          Wahlkampfauftritt in Offenbach: Björn Höcke spricht zu AfD-Anhängern.
          Wahlkampfauftritt in Offenbach: Björn Höcke spricht zu AfD-Anhängern. : Bild: Lucas Bäuml

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