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Widersprüchliches zu Wiesbaden : Offenbach fällt aus Hotspot-Liste des RKI heraus

Merkposten: Die Maske ist auch etwa im Frankfurter Hauptbahnhof entstanden, in dem dieses Foto entstand Bild: dpa

Auch an diesem Montag meldet das RKI für Hessen auffallend wenige neue Corora-Fälle. Ungeachtet der „Montagsdelle“ spricht vieles für ein Abflachen der Kurve bei Neuinfektionen. Ins Auge fällt die Inzidenz in Wiesbaden.

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          Keine Woche ohne „Montagsdelle“: Auch zu diesem Wochenbeginn stehen für Hessen deutlich weniger neue Covid-19-Fälle zu Buche als an den Vortagen. Das liegt zum einen an weniger Tests am Wochenende und zum zweiten am Meldeverzug seitens der Gesundheitsämter aufgrund des hohen Aufkommens an Daten. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) sind über Nacht 512 bestätigte neue Fälle hinzugekommen. Das sind nur knapp fünf Prozent jener im Bund, während Hessen acht Prozent der Gesamtbevölkerung stellt und in der Vergangenheit oft überproportional vertreten war. Zum Sonntag hatte es noch mehr als 1400 gemeldet. Sinnvoller erscheint aber der Wochenvergleich. Und der fällt durchaus positiv aus: Vergangenen Montag hatte das Bundesinstitut 552 Neuinfektionen gemeldet. Gemeinsam mit den Daten der vergangenen Tage bestätigt dies die Beobachtung nicht mehr steigender Fallzahlen. Vielmehr sinken sie. Das Plateau ist demnach erreicht, zudem flacht die Kurve ab. Und Offenbach ist nach Wochen aus der RKI geführten Top15 der Landkreise und Großstädte mit den höchsten Corona-Kennziffern herausgefallen. Nur vier Landkreise befinden sich nicht auf der höchsten Warnstufe nach dem Eskalationskonzept des Landes.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Noch nicht so eindeutig scheint der Trend bei den Zahlen der Corona-Opfer. Aktuell meldet das RKI acht weitere Todesfälle. Vor einer Woche waren es sechs. Dagegen zeigte etwa der Vergleich vom 21. November zum 28. November eine deutlich Abnahme um mehr als 50 Prozent. Zum 27. November wurden wiederum drei Todesfälle mehr verzeichnet als vor Wochenfrist.

          Offenbach nicht mehr in Hotspot-Liste

          Die Inzidenz der vergangenen sieben Tage lag laut RKI in Deutschland zuletzt bei 136 Fällen pro 100.000 Einwohner. Bayern, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen wiesen demnach höhere Werte auf. Wie aus der Corona-Landkarte des RKI folgt, liegen weite Teile von Hessen auf der höchsten Warnstufe nach dem Eskalationskonzept des Landes (siehe Grafik). Alle Großstädte und die meisten der 21 Landkreise weisen eine Inzidenz von mehr als 100 Punkten auf. Ausnahmen bilden nur die Kreise Bergstraße, Hersfeld-Rotenburg, Vogelsberg und Waldeck-Frankenberg. Sie alle sind ländlich geprägt und vergleichsweise übersichtlich besiedelt.

          Allerdings sinkt die Inzidenz, die die bestätigen Fälle der vergangenen sieben Tage unter 100.000 Einwohnern angibt. Für Frankfurt steht ein Wert von 164 zu Buche nach 178 vor einer Woche und für Offenbach einer von 255 nach 306. Offenbach ist zudem aus der Tabelle des RKI mit den 15 höchsten Inzidenzwerten in Deutschland herausgefallen.

          Fragezeichen zu Wiesbaden, Hotspot bei 500

          Für Wiesbaden meldet das Bundesinstitut die Zahl 178, die Stadt gibt ihre Inzidenz dagegen mit 237 an. Auch an den vergangenen Tagen klaffte eine beachtliche Lücke. Auf der Homepage der Stadt Wiesbaden heißt es dazu unter Verweis auf personelle und technische Engpässe: In den Statistiken des Landes Hessen und des RKI fehlen aktuell circa 400 Meldungen, sodass die dortige 7-Tage-Inzidenz einen deutlich niedrigeren Wert aufweist als die vom Gesundheitsamt tagesaktuell erhobenen Daten. Der Arbeitsprozess wurde zwischenzeitliche angepasst, sodass sich die Zahlen in den kommenden Tagen angleichen werden. Die Meldungen des Gesundheitsamtes geben das tatsächliche Infektionsgeschehen in Wiesbaden wieder.“ Für das benachbarte Mainz gibt das RKI den Kennwert mit gut 184 an.

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