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Abwicklung des Flugverkehrs : Offenbach droht Dauerlärm

Droht Offenbach ein Lärmproblem? Ein Passagierflugzeug im Landeanflug. Bild: dpa

Die Deutsche Flugsicherung nutzt für die Landungen neue Verfahren, um die Flughafenkapazität zu erhöhen. Doch das bedeutet mehr Lärmbelastung für Offenbach.

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          Seit Anfang Februar nutzt die Deutsche Flugsicherung in Langen zur Abwicklung des Flugverkehrs auf dem Flughafen Frankfurt bei Westwind beide Pisten des alten Parallelbahnsystems und die Nordwest-Landebahn testweise für Landungen. Sie will unter anderem prüfen, wie die Flughafenkapazität erhöht und die Rollzeiten zum neuen Terminal 3 verkürzt werden können. Außerdem soll die Lage bei der Südumfliegung entschärft werden, bei der die Gefahr besteht, dass sich regulär startende Flugzeuge und bei Fehlanflügen durchstartende Maschinen zu nahe kommen.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Sollte das im Test befindliche Verfahren zum Regelbetrieb werden, läge die Stadt Offenbach zumindest bei Westbetrieb unter drei Anfluglinien. Genaue Zahlen zur Nutzung der drei Pisten seit Beginn der Tests sind derzeit weder bei der Flugsicherung noch beim Flughafenbetreiber Fraport AG in Erfahrung zu bringen. Die Flugsicherung will Ende März Ergebnisse veröffentlichen. Sicher sagen lässt sich, dass seit 8. Februar, 23.34 Uhr, die Betriebsrichtung West gilt und die Wahrscheinlichkeit laut Prognosen groß ist, dass es mindestens bis Ende der Woche auch so bleiben wird. Die Offenbacher diskutieren jedenfalls in den sozialen Medien das Thema schon intensiv. Von spürbarer Mehrbelastung durch Fluglärm ist die Rede, aber auch davon, dass man mit dem Flughafen eben leben müsse.

          „Märchen“ Lärmteppich

          Die Stadt prüft derweil ihre Möglichkeiten, die regelhafte Einführung dieses Verfahrens zu verhindern. Den Offenbacher Planungs- und Umweltdezernenten Paul-Gerhard Weiß (FDP) ärgert besonders, dass die Stadt durch die drei Anfluglinien genau unter jenen Lärmteppich gerate, vor dem die Stadt schon vor der Eröffnung der Nordwest-Landebahn im Jahr 2011 gewarnt habe; Fraport habe diese Befürchtung aber stets als „Märchen“ abgetan.

          Tatsächlich sah das Betriebs- und Lärmschutzkonzept zum Ausbau des Flughafens vor, die nunmehr Centerbahn genannte Piste nicht mehr zum Landen, sondern - bis auf Ausnahmen – nur noch zum Starten zu nutzen. Mit der dadurch ermöglichten Lärmspreizung sollte Offenbach und Frankfurts Süden entlastet werden. Das wurde auch deshalb als besonders wichtig erachtet, weil in rund 70 Prozent der Flughafenbetriebszeit Starts und Landungen von Osten nach Westen erfolgen, und nur in 30 Prozent von Westen nach Osten.

          An geltende Regeln der Luftfahrt halten

          Es ist zwar tatsächlich so, dass am Flughafen der Wind öfter von Westen nach Osten weht und die Regel gilt, dass Flugzeuge gegen den Wind starten und landen. In Frankfurt wird die Betriebsrichtung West aber sogar noch dann geflogen, wenn der Wind gedreht hat und aus dem Osten kommt. Das wird bis zu einer Rückenwindstärke von fünf Knoten praktiziert – ursprünglich, um Anrainer westlich des Flughafens zu entlasten.

          Den Offenbachern würde es schon helfen, wenn man diese Ausnahme streichen und den eigentlich geltenden Regeln der internationalen Luftfahrt folgen würde, wonach aus Sicherheitsgründen grundsätzlich „gegen den Wind“ zu fliegen ist, wie der Flughafenplaner Dieter Faulenbach da Costa sagt, der die Stadt Offenbach in Sachen Fluglärm berät. Weitere mögliche Maßnahmen der Stadt sind derzeit noch in der Abstimmung.

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