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OFC-Trainer Oliver Reck : „Der schlafende Riese muss geweckt werden“

  • Aktualisiert am

„Ich war immer ein Teamplayer“: OFC-Trainer Oliver Reck Bild: Jan Huebner

Der ehemalige Bundesligatorwart Oliver Reck fühlt sich nach der Rückkehr auf den Bieberer Berg wieder zu Hause. Der OFC ist für ihn ein schlafender Riese, der nur geweckt werden muss. Zudem sagt er, was ihn sein Herzinfarkt gelehrt hat.

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          Was war Ihr schönstes Erlebnis als Torhüter im Stadion auf dem Bieberer Berg?

          Mein Bundesliga-Debüt als 18-Jähriger gegen den 1. FC Köln im Februar 1984. Wir haben 2:0 gewonnen gegen eine tolle Kölner Mannschaft mit Toni Schumacher, Klaus Fischer, Klaus Allofs und Pierre Littbarski. Ich habe die Situation genossen. Das Spiel wird immer in meiner Erinnerung bleiben.

          Damals war das Stadion nicht so modern wie heute.

          Das Stadion ist jetzt ein Faustpfand für den OFC. Zum damaligen Zeitpunkt war es in die Jahre gekommen. Das war dann nach meinem Wechsel bei Werder Bremen nicht anders.

          Die Kickers haben ein neues Stadion mit vielen begeisterungsfähigen Anhängern. Aber seit drei Jahren spielen sie nur noch in der Regionalliga Südwest. Das passt nicht zusammen, oder?

          Ja, das kann man so stehen lassen. Aus diesem Grund sind wir ja alle angetreten, etwas zu verändern. Wir versuchen, das so schnell wie möglich zu korrigieren.

          Vor Ihnen gab es viele, die es aber nicht geschafft haben, den OFC in die zweite Liga zurückzuführen. Ihr Vorgänger Rico Schmitt scheiterte dann in der Vorsaison am Aufstieg in die dritte Profiliga. Vor dem Start in die zweite Saisonhälfte an diesem Sonntag beim SC Freiburg II sind die Kickers nur Tabellenfünfter - mit neun Punkten Rückstand auf die Führenden Trier und Waldhof Mannheim. Was wollen Sie als Trainer besser machen?

          Wir schauen zunächst mal verstärkt auf das eigene Spielermaterial. Darauf, was es hergibt. Wie präsentieren sich die Spieler unter dem neuen Trainer? Können sie auch ein oder zwei Klassen höher spielen? Nach den gewonnenen Eindrücken werden wir die Mannschaft in diesem Sommer dementsprechend verändern. Im Moment glauben wir an unsere Mannschaft. Dass sie die kleine Chance, die wir im Aufstiegsrennen haben, nutzen kann. Aber selbst wenn wir alle Spiele gewinnen würden, könnte es am Ende nicht reichen.

          Sind die Kickers für Sie ein schlafender Riese?

          Ja, irgendwo schon. Nur muss der noch ganz schön aufgeweckt werden. Das eine oder andere muss insgesamt verbessert und auch besser dargestellt werden. Das neue Präsidium ist angetreten, um in kleinen Schritten Sachen zu verändern.

          Welche?

          Wir haben verschiedene Ideen, die wir umsetzen wollen. Das neue Präsidium strengt sich enorm an und versucht auch, neue Wege zu gehen. Finanziell bewegen wir uns nach wie vor auf dünnem Eis. Aktuell können wir noch keine großen Sprünge machen. Aber wir müssen darauf vorbereitet sein, wenn wir uns das eine oder andere leisten können. Da laufen Gespräche über den ein oder anderen für uns interessanten Spieler.

          Sprechen die Kickers mit Investoren?

          Wir sind am Drücker.

          Sie rechnen fest damit, dass der OFC in Zukunft bessere wirtschaftliche Möglichkeiten hat?

          Vielleicht nicht im kommenden Jahr. Aber darüber hinaus auf jeden Fall.

          Aktuell werden Ihre Gehaltskosten beim OFC von einem Gönner übernommen. Hat Sie das stutzig gemacht?

          Nein. Das hat ja mit der zurückliegenden Insolvenzgeschichte zu tun. Wir versuchen so schnell wie möglich, auf sicheren Beinen zu stehen.

          Hat Ihnen der Verein finanzielle Zugeständnisse im Hinblick auf die zukünftige Zusammenstellung der Mannschaft gemacht?

          Jetzt sind wir gerade erst mal dabei, die Mannschaft richtig kennenzulernen. Danach werden wir darüber reden.

          Vor zehn Jahren standen die Kickers als Zweitligaklub weit vor Darmstadt 98 und dem FSV Frankfurt. Danach muss der OFC viel falsch gemacht haben, oder?

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