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Öffentlichkeit ausgeschlossen : Mann gesteht hundertfachen sexuellen Missbrauch

  • Aktualisiert am

Vorsitz: Das Gericht um Richter Jürgen Dreyer verhandelt den Missbrauchsfall Bild: dpa

Ein Mann steht in Kassel vor Gericht, weil er 171 Mal Kinder missbraucht haben soll. Vor dem vom Anwalt verlesenen Geständnis wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

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          Ein wegen Kindesmissbrauchs angeklagter Mann hat vor dem Landgericht Kassel zugegeben, sich hundertfach an fünf kleinen Mädchen vergangen zu haben. „Ich habe Zeit gehabt, nachzudenken“, hieß es in einer Erklärung des 55 Jahre alten Mannes, die sein Verteidiger bei Prozessbeginn verlas. Was seinetwegen passiert sei, sei traumatisch für die Mädchen. „Mir war klar, dass ich Verbotenes tue.“

          Die Öffentlichkeit wurde vor dem Geständnis vom Prozess ausgeschlossen, weil es darin auch um Details aus dem Intimleben des Mannes und seiner Opfer gehen sollte. Sein Verteidiger sagte anschließend, der Angeklagte habe auch deshalb umfassend gestanden, damit den Opfern eine Aussage erspart bleiben könne. Es sind nun Zeugenbefragungen angesetzt.

          Dem Mann aus Nordhessen werden insgesamt 225 Fälle von Kindesmissbrauch zur Last gelegt. In 171 Fällen davon soll er sich an fünf Kindern vergangen haben, der Rest der Vorwürfe betrifft den Austausch von Kinderpornografie. Die Mädchen, die zum Tatzeitpunkt zwischen drei und zehn Jahre alt gewesen sein sollen, waren entweder entfernt mit ihm verwandt oder die Kinder von Bekannten. Gleich zu Beginn des Prozesses gab der Richter den Hinweis, dass eine Sicherungsverwahrung für den Mann in Betracht komme.

          40.000 kinderpornografische Dateien

          Rund 20 Jahre lang hat der untersetzte Mann aus Wolfhagen der Anklage zufolge seine Taten begangen, bis er im Mai 2013 gefasst wurde. In Dutzenden Fällen soll es sogar zum Eindringen in den Körper der Kinder gekommen sein. Ein Kind soll er allein 83 Mal missbraucht haben. Viele Taten hat er laut Anklage gefilmt oder fotografiert.

          Zudem fanden die Ermittler fast 40.000 kinderpornografische Fotos und Filme auf dem Computer des Mannes. Einige Dateien soll er auch mit anderen im Internet ausgetauscht haben. Die Zuschauer im voll besetzten Gerichtssaal zeigten sich erschüttert.

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