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Odin Design : Unvergängliches aus Weiterstadt

  • -Aktualisiert am

Seit 75 Jahren stellt Odin Design in Weiterstadt Acrylglaseingüsse her. Bild: Kretzer, Michael

Odin Design stellt Trophäen aus Plexiglas her - und Romantisches für Bankerfrauen.

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          Dass Banker so romantisch sein können. Gisela Greiner erinnert sich gut an diesen Auftrag: Ein bekannter Bankenchef habe die Geschäftsführerin von Odin Design gebeten, den flauschigen roten Pullover, den seine Frau beim ersten Date trug, in Plexiglas einzubetten. Jetzt ziert er, mit Lichteffekten eindrucksvoll in Szene gesetzt, das Wohnzimmer des Ehepaares in Frankfurt.

          Das Familienunternehmen Odin Design stellt seit 75 Jahren Plexiglaskunstwerke her, nach mehreren Standortwechseln inzwischen wieder in der Heimat Weiterstadt. Zu den Kunden zählen vor allem Unternehmen, die hier Werbegeschenke herstellen lassen. Aber auch Privatkunden wie der Banker, dessen Namen Greiner nicht verrät, lassen auf diese Art Erinnerungsstücke und Symbolisches für die Ewigkeit konservieren.

          Er keine spezielle Ausbildung gemacht, hat dafür aber einen handwerklichen Meisterbrief

          Das bekannteste Produkt des Unternehmens wird täglich verliehen: Seit 2006 zeichnet die Bundesinitiative „365 Orte im Land der Ideen“ in Kooperation mit der Deutschen Bank Projekte und Einrichtungen aus, die „einen nachhaltigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit Deutschlands“ leisten. Die dazugehörigen Trophäen stammen aus Weiterstadt. Gisela Greiner ist mit dem Sohn des Firmengründers Odin Greiner verheiratet und leitet seit einigen Jahren die Geschäfte. In der Produktionsstätte im Industriegebiet Nord beschäftigt sie sechs Mitarbeiter.

          Stephan Glock ist einer von ihnen und zuständig für die Produktion der Trophäen. Eine Arbeit, die viel Geduld erfordert. Die ebenfalls aus Weiterstadt stammenden Plexiglasplatten müssen zurechtgeschnitten, drei Dahlien in Schwarz, Rot und Gelb per Laser auf eine der Platten aufgedruckt und diese dann millimetergenau zusammengeklebt, gehärtet und abgeschliffen werden. Ein gravierter Sockel vollendet die Trophäe. Eine spezielle Ausbildung gibt es für seinen Beruf nicht, aber Glock besitzt, wie alle anderen Mitarbeiter der Produktion, einen handwerklichen Meisterbrief.

          „Da müssen wir noch ein bisschen experimentieren“

          Im vergangenen Jahr verbuchte das Unternehmen einen Umsatz von 400.000 Euro. Die Zahl sei auch schon viermal so hoch gewesen, sagt Greiner, aber die Finanzkrise habe sich vor allem bei den Hauptkunden von Odin Design, den Banken, bemerkbar gemacht. Doch die Geschäftsführerin blickt optimistisch in die Zukunft: Das Unternehmen hat in Deutschland kaum Konkurrenz, nur sieben andere Firmen stellen vergleichbare Produkte her. Und mit dem richtigen Fachwissen lässt sich so ziemlich alles in Plexiglas verewigen. Nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bettete das Unternehmen Rasenstücke aus verschiedenen Stadien ein. 30.000 Stück wurden verkauft, der Rasen ist heute noch genauso grün wie zur Weltmeisterschaft.

          Im Labor von Odin Design testen die Mitarbeiter immer wieder neue Produkte. Mit der Digitalkamera, die ein Hersteller zu Werbezwecken in Acryl einbetten lassen will, klappt es noch nicht so richtig: Die Flüssigkeit greift das Material an, im Plexiglas entstehen deshalb rostfarbene Schlieren. „Da müssen wir noch ein bisschen experimentieren“, sagt Greiner.

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