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Missbrauchsverdacht an Odenwaldschule : Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Lehrer

  • Aktualisiert am

Lehrer der Odenwaldschule unter Verdacht: Einer der Vorwürfe gegen den Lehrer dreht sich um ein Zeltlager. Bild: dpa

Erst gesteht ein Lehrer den Besitz von Kinderpornos, nun gibt es weitergehende Vorwürfe gegen ihn. Damit steuert die Odenwaldschule auf einen neuen Missbrauch-Skandal zu.

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          An der Odenwaldschule gibt es einen neuen Missbrauchsverdacht. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt wegen möglicher sexueller Übergriffe gegen einen kürzlich fristlos entlassenen Lehrer, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. Um welche Handlungen es genau geht, will die Anklagebehörde aus Gründen des Opferschutzes nicht bekanntgeben. Betroffen seien aber möglicherweise mehrere Schüler. Einer der Vorwürfe gegen den Lehrer dreht sich demnach um ein Zeltlager, bei dem der Lehrer gemeinsam mit einer zweiten Lehrkraft und rund zehn Schülern in einem Zelt übernachtet haben soll.

          „Uns wurden eine Reihe von Vorfällen mitgeteilt, die es rechtfertigen, dass wir Ermittlungen aufnehmen“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Noah Krüger. Die Schilderungen stammten von Schülern, die nicht selbst betroffen seien, aber Beobachtungen gemacht hätten. „Wir müssen jetzt prüfen, was geschehen ist, und ob es strafrechtlich relevant ist.“

          Schließung steht nicht zur Debatte

          Der entlassene Lehrer hatte zugegeben, vor seiner Zeit an der Odenwaldschule Kinderpornos heruntergeladen zu haben. Dass es einen weitergehenden Verdacht gegen den Lehrer gibt, hatte die Schule am Dienstag öffentlich gemacht. Die Schulleitung hatte zuvor Schüler in Vier-Augen-Gesprächen nochmals befragt, die schon zuvor von einem „komischen“ Verhalten des Pädagogen berichtet hatten.

          Eine Schließung der Schule steht laut dem zuständigen Landrat trotz der neuen Vorwürfe nicht zur Debatte. „Die gelbe Karte ist deutlich gezeigt worden, aber wir befinden uns auch in einem Verwaltungsverfahren, da darf man nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen“, sagte der stellvertretende Landrat des Kreises Bergstraße, Matthias Schimpf, dem Sender hr-iNFO. Jetzt müsse erst einmal Ruhe einkehren. In der Odenwaldschule würden Kinder auch sehr gut betreut.

          Reformen wurden versprochen

          Die Schule hatte sich am Dienstag bereiterklärt, einen Katalog mit zusätzlichen Auflagen zu erfüllen. Unter anderem muss die Leitung „ab sofort“ monatlich schriftlich und ausführlich über alle außergewöhnlichen Vorfälle die Aufsichtsbehörden informieren, ihr Präventionskonzept überarbeiten und ihr Betreuungskonzept überdenken.

          Erst vor wenigen Jahren hatte die Odenwaldschule die Schlagzeilen mit einem Missbrauch-Skandal beherrscht. Seit den 1960er Jahren waren dort mindestens 132 Schüler von Lehrern sexuell missbraucht worden, die Übergriffe kamen aber erst Jahrzehnte später an die Öffentlichkeit. Die Schule hatte daraufhin Reformen versprochen, um für die Schüler Sicherheiten gegen Missbrauch einzubauen.

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