https://www.faz.net/-gzg-7pdh9

Odenwaldschule : Missbrauchsverdacht gegen Kinderarzt vom Tisch

  • Aktualisiert am

Die Odenwaldschule im hessischen Heppenheim Bild: dpa

Juristische Entwarnung kurz vor Ablauf eines Ultimatums für die Odenwaldschule: Der Vorwurf des Kindesmissbrauchs gegen einen dort tätigen Kinderarzt hat sich nicht erhärtet.

          1 Min.

          Die Staatsanwaltschaft Darmstadt leitet gegen einen an der Odenwaldschule tätigen Kinderarzt kein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs ein. Für Übergriffe hätten sich keine Anhaltspunkte ergeben, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Sie hatte Vorwürfe geprüft, wonach der Arzt Schüler bei Untersuchungen unangemessen berührt haben soll. Es gebe keine Hinweise für „ein Verhalten des Arztes, welches geeignet wäre, Zweifel an der Eignung, Zuverlässigkeit oder Befähigung des Arztes hervorzurufen oder strafrechtlich relevant wäre“.

          Die Staatsanwaltschaft gab ihre Entscheidung kurz vor Ablauf eines Ultimatums bekannt, mit dem der Landkreis Bergstraße als Aufsichtsbehörde von der Schule Auskunft zu den Vorwürfen gegen den Kinderarzt verlangt. Die Frist läuft an diesem Donnerstag um 12.00 Uhr ab. Es ist das zweite Ultimatum an die Odenwaldschule innerhalb weniger Wochen.

          Wissenschaftliche Aufarbeitung

          Die Schule im südhessischen Heppenheim hatte zugesagt, die Fragen des Landkreises zu beantworten. Die Aufsichtsbehörde will unabhängig von der Staatsanwaltschaft Details über den Kinderarzt wissen. Der Landkreis sieht sich über die erhobenen Vorwürfe nicht richtig und nicht rechtzeitig informiert. Dies sei auch gerade vor dem Hintergrund des vor vier Jahren hochgekochten Missbrauchskandals zu kritisieren.

          Der Kreis hatte vor drei Wochen schon einmal ein Ultimatum gestellt. Dieses stand im Zusammenhang mit einem inzwischen entlassenen Lehrer der Odenwaldschule, der den Besitz von Kinderpornos gestanden hat. In diesem Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft.

          Die Odenwaldschule teilte am frühen Donnerstagmorgen mit, dass neben dem lange zurückliegenden Missbrauchs auch die jüngsten Vorwürfe wissenschaftlich aufgearbeitet werden sollen. Ergebnisse würden voraussichtlich 2016 vorliegen. Die Untersuchung sei am Montag begonnen worden.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Mord an Fritz von Weizsäcker : Aus Abneigung gegen den Vater

          Der Mörder von Fritz von Weizsäcker ist offenbar psychisch krank. Die Messerattacke auf den Sohn des früheren Bundespräsidenten soll er im Detail geplant haben. Sein angebliches Motiv wirft Fragen auf.
          Ministerpräsident Armin Laschet in der Staatskanzlei in Düsseldorf

          Armin Laschet im Interview : „Wir wollen den Erfolg von AKK“

          Vor ihrem Parteitag macht die CDU einen aufgescheuchten Eindruck. Der stellvertretende Parteivorsitzende und NRW-Ministerpräsident, Armin Laschet, spricht im F.A.Z.-Interview über die Querelen in der CDU, über AKK, über Windkraft – und Kopftücher.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.