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Oberbürgermeisterwahl : Stichwahlen in Frankfurt und Mainz

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Die OB an ihrer Seite: CDU-Kandidat Rhein (zweiter von links), Grünen-Bewerberin Heilig und Peter Feldmann von der SPD, der sich über sein Ergebnis sichtlich freut Bild: Eilmes, Wolfgang

In Frankfurt wie in Mainz ist gewählt worden, aber noch kein neuer Rathauschef bestimmt. In Frankfurt müssen Boris Rhein (CDU) und Peter Feldmann (SPD) in die Stichwahl, zu der es auch in Mainz kommt.

          Bei der Frankfurter Oberbürgermeisterwahl ist es zum erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen von Boris Rhein (CDU) und Peter Feldmann (SPD) gekommen: Nach Auszählung der 461 Wahlbezirke liegt Rhein mit 39,1 Prozent vor Feldmann mit 33,0 Prozent und Rosemarie Heilig (Die Grünen) mit 14 Prozent.

          Die übrigen sieben Bewerber liegen jeweils unter fünf Prozent, wie die Stadt auf ihrer Internetseite meldet. Das bedeutet eine Stichwahl zwischen Rhein und Feldmann am 25. März.

          Ursula Fechter (FAG) kommt auf vier Prozent, Janine Wissler (Linkspartei) und Herbert Förster (Piratenpartei) auf jeweils 3,8 Prozent. Der satirische Kandidat Oliver Schmitt (Die Partei) hat 1,8 Prozent geholt, alle übrigen Bewerber haben es auf 0,2 Prozent oder weniger geschafft.

          Stimmenanteile beim ersten Wahlgang

          Die Wahlbeteiligung liegt etwas höher als 2007. Wie es auf der Internetseite der Stadt heißt, haben 37,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der Wahl zuvor waren es 33,6 Prozent gewesen. In Hessens größter Stadt waren rund 463.000 Bürger zur Wahl eines Nachfolgers für Petra Roth (CDU) aufgerufen, die nach rund 17 Jahren ihren Rückzug angekündigt hat.

          Ebling vor Beck in Mainz

          In Mainz liegt dagegen nach dem ersten Durchgang der SPD-Bewerber vorne, gefolgt vom Mann der Grünen. Der CDU-Kandidat folgt an dritter Stelle. Dies folgt aus dem vorläufigen amtlichen Endergebnis. Dort kommt es zu einer Stichwahl.

          Testlauf mit doppelter Rückendeckung: Rhein tritt aus dem Büro vom Rathauschefin Roth, die hinter ihm mit Ministerpräsident Bouffier an der Seite folgt

          In Aschaffenburg ist Klaus Herzog (SPD) im Amt des
          Oberbürgermeisters bestätigt. 80 Prozent der Wähler stimmten für ihn.

          „Es ist reibungslos gelaufen“

          Frankfurts Wahlleiter Hans-Joachim Grochocki wollte noch am Nachmittag nicht ausschließen, dass die Zahl der Wähler kurz vor dem Schließen der Wahllokale noch ansteigt. Einen solchen Trend habe es bei der Kommunalwahl im vergangenen Jahr gegeben. Von Pannen in den 365 Wahllokalen der Stadt war ihm nach eigenen Angaben nichts bekannt. „Es ist reibungslos gelaufen“, sagt Grochocki.

          Deutlich gestiegen ist den Angaben zufolge die Beteiligung an der Briefwahl. Diesmal seien insgesamt 35.311 Briefwahlanträge gestellt worden im Vergleich zu nur 24.379 vor fünf Jahren.

          So haben die Mainzer gewählt

          Hessens CDU-Regierungschef Volker Bouffier hat sich zuversichtlich gezeigt, dass Unions-Kandidat Boris Rhein bei der Stichwahl am 25. März zum Frankfurter OB gewählt wird. „Er ist der klare Favorit. Wir werden beim nächsten Mal über 50 Prozent schaffen“, sagte Bouffier in Frankfurt. Die 39,1 Prozent für Innenminister Rhein seien „ein sehr starkes Ergebnis“.

          Hahn: Grüne sollen für Rhein stimmen

          SPD-Generalsekretär Michael Roth nannte das Wahlergebnis von Peter Feldmann einen „ermutigenden Auftakt für die zweite Runde“. Er habe bis auf 6,1 Prozent auf Rhein aufgeschlossen, der die Favoritenrolle für sich beansprucht habe. Feldmann habe mit seinen sozialen Themen wie der Wohnungsnot und den hohen Mieten den Nerv der Stadtgesellschaft getroffen, erklärte Roth.

          FDP-Landeschef Jörg-Uwe Hahn forderte die Grünen auf, am 25. März eine Wahlempfehlung für Rhein abzugeben. Dazu seien sie als Koalitionspartner der CDU im Frankfurter Römer „vertraglich und moralisch“ verpflichtet. „Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit für die Grünen“, erklärte Hahn in Wiesbaden. Der Grünen-Chef Tarek Al-Wazir sei gefragt.

          Affäre um CDU-Kandidat in Mainz

          Bei der Oberbürgermeisterwahl in Mainz hat es eine leicht höhere Wahlbeteiligung als beim Urnengang 2004 gegeben. Laut Internetseite der Stadt gaben einschließlich Briefwählern 42,6 Prozent der Stimmberechtigten ihr Votum ab. Insgesamt hatte die Wahlbeteiligung 2004 bei 41,3 Prozent gelegen.

          Nach Auszählung aller 166 Wahlbezirke führt SPD-Kandidat Michael Ebling mit 40,5 Prozent vor Günter Beck (Die Grünen) mit 26,9 Prozent und dem CDU-Kandidaten Lukas Augustin mit 20,4 Prozent. Folglich müssen Ebling und Beck in die Stichwahl.

          Da demzufolge keiner der Kandidaten bereits im ersten Anlauf die 50-Prozent-Hürde übersprungen hat, wird eine Stichwahl am 25. März erwartet.

          Siegessicher: Michael Ebling (SPD) kam in Mainz im ersten Durchgang auf 40,5 Prozent

          In der Landeshauptstadt waren 154.000 Bürger aufgerufen, einen Nachfolger für den zurückgetretenen Jens Beutel (SPD) zu bestimmen. In Umfragen hatte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Bürgermeister Günter Beck von den Grünen und dem rheinland-pfälzischen SPD-Bildungsstaatssekretär Michael Ebling abgezeichnet.

          Überschattet wurde die Wahl von einer Affäre um Augustin. Ihm war von seinem Arbeitgeber wegen Untreuevorwürfen fristlos gekündigt worden, der 52 Jahre alte Kandidat streitet die Vorwürfe ab. Insgesamt treten in der 200.000 Einwohner zählenden Stadt acht Kandidaten an.

          Tief enttäuscht: CDU-Kandidat Lukas Augustin hat es nach den Querelen vor der Wahl nicht in die Stichwahl geschafft

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