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Wahl in Wiesbaden : Seidensticker gegen Mende

  • -Aktualisiert am

Die beiden Oberbürgermeisterkandidaten, Eberhard Seidensticker (l, CDU) und Gert-Uwe Mende (SPD), stehen für ein Foto zusammen. Bild: dpa

Die Stichwahl in Wiesbaden ist für Gert-Uwe Mende ein Erfolg – für seinen Konkurrenten Eberhard Seidensticker dagegen wenig überraschend.

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          Nun also Seidensticker gegen Mende. Die Erleichterung über den Einzug ihrer Bewerber in die Stichwahl war gestern im Wiesbadener Rathaus bei den Anhängern von CDU und SPD mit Händen greifbar. Kein Wunder, denn selten war der Ausgang einer Wahl in der Landeshauptstadt so schwer vorherzusagen wie diesmal. Dabei schien bis Mitte Februar alles klar. Doch vier Monate vor der Wahl kam der SPD mit Amtsinhaber Sven Gerich plötzlich der Favorit abhanden.

          Die SPD, ohnehin im bundesweiten Stimmungstief, hatte nicht viel Zeit, einen neuen Hoffnungsträger zu finden. Bei der CDU, die sich mit dem scheinbar unvermeidbaren Sieg von Gerich schon abgefunden hatte, war dem Parteivorsitzenden Oliver Franz die Kandidatensuche gründlich missraten. Anschließend erschütterten weitere Enthüllungen und Ermittlungen die Partei.

          Dennoch kommt das Erreichen der Stichwahl durch Seidensticker nicht überraschend. Der Schiersteiner Dachdeckermeister gewann Sympathien mit seinem verbindlichen Auftreten und profitierte davon, dass viele CDU-Wähler in Wiesbaden es auch wegen der Europawahl als ihre Pflicht sahen zu wählen.

          Für den erst Mitte März nominierten SPD-Kandidaten Gert-Uwe Mende ist der Einzug in die Stichwahl ein großer Erfolg. Nicht wenige Beobachter hatten Christiane Hinninger die besseren Chancen gegeben: weil sie die einzige Frau im Rennen war; weil die Grünen generell im Aufwind sind; weil sie bei der Landtagswahl vor sieben Monaten in der Landeshauptstadt mehr Zweitstimmen als die SPD erhalten hatten. Für die Grünen wiederum ist es umso bitterer, die beste Chance der vergangenen Jahrzehnte verpasst zu haben, die Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt zu stellen.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

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