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Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt : Hessen-SPD fühlt sich schon jetzt als Sieger

  • -Aktualisiert am

Die besten Ergebnisse erzielte Peter Feldmann im Riederwald und in seinem Heimatstadtteil Bonames Bild: F.A.Z.

Die Frankfurter Oberbürgermeister-Wahl macht der vielfach gebeutelten Hessen-SPD Mut. Die Partei fühlt sich durch Feldmanns Erfolg in Großstädten wieder kampagnenfähig.

          Strahlende Gesichter allerorten bei der SPD in Wiesbaden. Das Ergebnis des ersten Durchgangs zur Oberbürgermeisterwahl in Frankfurt übersteigt selbst die kühnsten Erwartungen, und egal wie die Stichwahl am 25. März ausgehen mag, die Sozialdemokraten fühlen sich schon jetzt als Gewinner. Ihr Kandidat Peter Feldmann habe der in den vergangenen Jahren arg gebeutelten Partei enormes Selbstbewusstsein eingehaucht, „und davon können wir jetzt bis zur Landtagswahl zehren“, sagte ein Mitglied des Landesvorstands.

          Ralf Euler

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, verantwortlich für den Rhein-Main-Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Seit Sonntag weiß die Hessen-SPD, dass sie auch in Großstädten wieder kampagnenfähig ist. Die Frage, ob Feldmann in zwei Wochen die ganz große Sensation schafft und die Nachfolge von Petra Roth (CDU) als Frankfurter Stadtoberhaupt antritt, erscheint in einer Partei, die vor kurzem noch fürchten musste, am Main auf Dauer hinter die Grünen zurückzufallen, fast zweitrangig. Aus landespolitischer Sicht sei der Sonntag „ein großer Tag“ gewesen, heißt es in der SPD-Spitze. „Alles was jetzt noch kommt, kommt obendrauf.“

          SPD: Wir legen eine Schippe drauf

          “Wir sind auf die Stichwahl vorbereitet, und wir können in Frankfurt auch noch eine Schippe drauflegen“, sagte ein zufriedener SPD-Landesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel. Wenn es den Frankfurter Genossen gelinge, ihre Anhänger noch einmal zu mobilisieren und deutlich zu machen, dass Feldmann für die liberale Tradition der Stadt, für sozialen Fortschritt und ökologische Erneuerung stehe, sei am 25. März alles möglich. Die Tatsache, dass er anders als der hessische CDU-Vorsitzende und Ministerpräsident Volker Bouffier am Wahlabend nicht in Frankfurt gewesen war, erklärte Schäfer-Gümbel mit dem guten Abschneiden seines Parteifreundes. „Ich musste Peter Feldmann nicht trösten wie die anderen ihre Kandidaten.“

          Für die CDU bleibt Innenminister Boris Rhein „klarer Favorit“. Bei zehn Kandidaten in der ersten Runde seien fast 40 Prozent ein starkes Ergebnis, lobte CDU-Generalsekretär Peter Beuth. Nur Rhein könne seine Wahlversprechen halten, weil hinter ihm eine breite parlamentarische Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP stehe. „Bei aller Bedeutung des Oberbürgermeisters, Kommunalpolitik braucht Mehrheiten“, sagte Beuth. „Die hat der SPD-Kandidat weder im Magistrat noch in der Stadtverordnetenversammlung.“ Was auch immer Feldmann den Wählern in den nächsten Tagen versprechen werde, er habe keine Chance, in den nächsten Jahren dafür eine Mehrheit in Frankfurt zu finden.

          CDU: Feldmann hat keine Chance

          Feldmann stehe in der Mitte der Frankfurter Stadtgesellschaft, während Rhein sich am rechten Rand platziere, lautet die Botschaft der Landes-SPD, die gleichzeitig als Fingerzeig für die Grünen gedacht ist. Einigkeit herrscht darüber, dass der Kandidat gewinnen wird, der sein Lager am besten mobilisieren kann. Die Sozialdemokraten sehen sich für die Stichwahl bestens gerüstet, aber auch die Rhein-Partei ist wachgerüttelt: Seit Sonntag sei selbst dem letzten Unions-Anhänger in Frankfurt bewusst, dass es um jede Stimme gehe. „Feldmann hat keine Chance“, lautet die Mutmach-Parole bei der Hessen-CDU, die die Frankfurter Oberbürgermeister-Wahl - mehr noch als die SPD - als wichtigen Markstein auf dem Weg zur Landtagswahl Ende 2013 oder Anfang 2014 sieht.

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