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Oberbürgermeisterkandidaten im Internet : Twittern, posten, Freunde suchen

  • -Aktualisiert am

Gediegen und staatsmännisch: Boris Rhein steckt mehr Mühe in die Optik als in die Inhalte. Bild: F.A.Z.

Auch im Internet präsentieren sich die Kandidaten für den Posten des Frankfurter Oberbürgermeisters. Die Qualität der Auftritte ist dabei sehr unterschiedlich.

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          Er twittert zwischen drei- und zehnmal am Tag, manchmal vermeldet er dabei nur, dass er ein neues Foto auf Facebook gepostet hat. Seinem „Xing“-Profil zufolge - sozusagen das Facebook für Geschäftskontakte - hat er ein Jahr und fünf Monate Berufserfahrung, ist als Führungskraft beschäftigt, mit mehr als 10.000 Mitarbeitern. Die Rede ist von Boris Rhein, CDU-Spitzenkandidat für die Bürgermeisterwahl am 11.März. Rhein führt Wahlkampf, auch im Internet. Zwölf Mitglieder zählt sein Wahlkampfteam, dazu kommen noch etliche ehrenamtliche Mitarbeiter. Allein fünf hauptberufliche Wahlkämpfer betreuen die Internetauftritte Rheins.

          Wenn „@BorisRhein“ twittert, dann Nachrichten wie diese: „Woche startet mit einer Besprechung - spannende Termine geplant!“ Oder: „Ich habe ein neues Foto auf Facebook gepostet.“ Auf Facebook ist auch zu finden, dass Boris Rhein Fan von Erika Steinbach ist - und von Boris Rhein. Seine Seite gefällt 570 Menschen, die Facebookgruppe „Nein zu Boris Rhein als Oberbürgermeister von Frankfurt“ hat 754 Fans. „Boris Rhein wirkt wie der Karl Lagerfeld des Onlinewahlkampfes“, sagt Alex Gruhler, Chef der Internetwerbeagentur Sunzinet mit Büros in Frankfurt und Köln. Grautöne und Schwarzweißbilder sollten edel und mit aller Macht modern daherkommen, Der Auftritt von Rhein sei kosmetisch rundum gelungen, inhaltlich aber nur in Ansätzen. „Dem politischen Gegner wird es so einfach gemacht, sich abzuheben“, sagt er. „Einfach durch mehr Inhalt und Emotion.“ Trotzdem könne man erkennen, dass die Wahlkämpfer von Rhein ihr Handwerk verstünden.

          „Sie hat einen beinah perfekten Auftritt in Internet“

          Auch die Grünen-Kandidatin Rosemarie Heilig ist im Internet präsent, wenn auch weniger offensiv. Heilig begnügt sich mit schlichter Homepage. Die ist im klassischen Design der Grünen gehalten und wohl auch mit identischen Werkzeugen programmiert, es gibt auch eine Facebook-Seite. Zwei der drei festen Mitarbeiter ihres Wahlkampfteams kümmern sich um den Internetauftritt Heiligs. Mit einem immerzu gleichen Lächeln blickt sie von den verschiedenen Fotos, gibt Auskunft über ihren persönlichen, beruflichen und politischen Werdegang.

          Werbefachmann Gruhler ist trotzdem begeistert. „Sie hat einen beinah perfekten Auftritt in Internet“, sagt er. Die Kandidatin als Mensch und ihre inhaltlichen Ansprüche seien transparent aufgearbeitet, die sozialen Netzwerke erstklassig eingebunden. Nur die Benutzerfreundlichkeit der Website sei verbesserungswürdig. „Zu viel Text, zu wenig Zuspitzung, das wird dazu führen, dass viele Benutzer die Seite schnell wieder verlassen.“

          Ein Wahlprogramm findet sich nicht

          „Der Mensch Herbert Förster bleibt in dem Internetauftritt völlig auf der Strecke“, sagt Gruhler über den Auftritt des Spitzenkandidaten der Piraten. „Es gibt kaum Bilder, keine Videos, kaum Privates. Und das, obwohl bei der OB-Wahl der Mensch ja im Vordergrund stehen sollte.“ Dabei ist Herbert Förster umfassend im Internet zu finden. Unter der Adresse „wir-sind-herbert.de“ schaut er in Superman-Dress mit Piratenlogo von der Seite. Förster twittert, schreibt einen Blog, postet fleißig auf Facebook und steht auf der Diskussionsplattform „formspring.me“ Rede und Antwort.

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