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OB-Stichwahl : Die Zweikämpfer für Wiesbaden

Die beiden Oberbürgermeisterkandidaten, Eberhard Seidensticker (l, CDU) und Gert-Uwe Mende (SPD), stehen für ein Foto zusammen. Bild: dpa

Die beiden für die Stichwahl am 16. Juni qualifizierten OB-Kandidaten Gert-Uwe Mende (SPD) und Eberhard Seidensticker (CDU) wollen das Beste für Wiesbaden. Bei vielen Themen sind sie nicht weit auseinander. Aber ihre Lebenswege verliefen in höchst unterschiedlichen Bahnen.

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          Beruflich drehte sich bei Gert-Uwe Mende bislang immer alles um andere. Als Zeitungsredakteur der „Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen“ (HNA) berichtete er über die Bürger im Land und ihre Sorgen. Als Pressesprecher verkaufte er zunächst die Botschaften seines Ministeriums und später der SPD-Fraktion im Landtag. Als Büroleiter hielt er seinem Minister den Rücken frei, und als Fraktionsgeschäftsführer unterstützte er die Arbeit der SPD-Abgeordneten. Künftig selbst im Mittelpunkt zu stehen und auf qualifizierte Zuarbeiter angewiesen zu sein, das dürfte die größte Umstellung für den in Bonn geborenen und in Bebra aufgewachsenen Mende sein. Wenn er denn am 16. Juni die Stichwahl gewinnt.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Viel Zeit bliebe ihm danach nicht mehr zur Vorbereitung, denn schon am 2. Juli müsste er die Amtsgeschäfte von Sven Gerich (SPD) übernehmen. Die Chancen stehen recht gut, seit Mende seine Qualitäten als Wahlkämpfer eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Sich so stark vom – negativen – Trend seiner eigenen Partei abkoppeln zu können, das hatten weder die Gegner erwarten können noch die Genossen erhoffen dürfen. „Mir macht Wahlkampf Spaß“, sagte Mende schon bei seiner Nominierung elf Wochen vor der Wahl. Dass er das nicht nur so dahingesagt hatte, zeigte er mit einer hohen Präsenz in der Stadt und dem, was er selbst „Graswurzelwahlkampf“ nennt: den möglichst intensiven Kontakt mit möglichst vielen Bürgern suchen und ihnen den Eindruck vermitteln, auch tatsächlich an ihren Sorgen, Nöten und Erwartungen interessiert zu sein und daraus Folgen für die Politik in der Stadt abzuleiten.

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